Appell

Pfister fordert Verbraucher zum Vergleich beim Strompreis auf

Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister hat Bürger und Unternehmen aufgerufen, bei künftigen Strompreiserhöhungen nicht davor zurückzuschrecken, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln und die Möglichkeiten des Wettbewerbs besser zu nutzen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Stuttgart (red) - In einer Pressemitteilung seines Ministeriums kündigte Pfister gleichzeitig gründliche Kontrollen bei Verdacht auf überzogene Strompreiserhöhungen an: "Wir werden die Befreiung von der Genehmigungspflicht im Einzelfall aufheben und eine umgehende und gründliche Prüfung einleiten."

Er wies zudem darauf hin, dass weder Land noch Bund entscheidenden Einfluss auf die Gestehungskosten für Strom, Gas und Öl hätten, da internationale Faktoren eine wesentliche Rolle spielen. Allerdings könne die Politik Monopolsituationen entgegenwirken.

Ein Beispiel sei das Mitte Juli 2005 in Kraft getretene neue Energiewirtschaftsgesetz (EWG). Damit hättenen Bund und Länder einen Hebel gegen erhöhte Netzzugangskosten und für mehr Wettbewerb auf dem Strom und Gasmarkt geschaffen. In Baden-Württemberg habe bereits kurz nach Inkrafttreten des Regulierungsrechts eine beim Wirtschaftsministerium angesiedelte Landesregulierungsbehörde ihre Arbeit aufgenommen.

Die Maßnahmen der Energieaufsicht, der Regulierungs- und Kartellbehörden könnten jedoch nur flankierend auf die Preisentwicklung wirken, so der Wirtschaftsminister weiter. Eine langfristige Energiepolitik benötige einen ausgewogenen Mix aus verschiedensten Energieträgern.

Als wichtigsten Punkt hob er allerdings die Energieeinsparung hervor. Besonders die vom Land Baden-Württemberg geförderte Altbaumodernisierung leiste hierbei einen wichtigen Beitrag. In vielen Fällen ließen sich Einsparungen von bis zu 50 Prozent erreichen.

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