Zu hohe Preise

Pfister droht Gasversorger mit Kartellrechtsprüfung

Angesichts der jüngsten Ankündigungen von Gaspreiserhöhungen hat Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister darauf hingewiesen, dass die Landeskartellbehörde im Herbst einen neuen umfassenden Preisvergleich vornehmen und danach auffällige Anbieter kartellrechtlich überprüfen werde.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Pfister wies darauf hin, dass die Energiekartellbehörde bereits seit Mitte Januar 2008 förmliche Verfahren gegen vier Gasversorger im Land wegen zu hoher Gaspreise geführt habe bzw. führe.

Inzwischen seien drei Verfahren abgeschlossen, nachdem die entsprechenden Unternehmen preisliche Zugeständnisse gemacht hätten. Im vierten Falle müssten die Daten und umfangreichen Unterlagen noch genauer geprüft werden. Auch hier sei demnächst mit einem positiven Abschluss zu rechnen, so der Minister. Derzeit werde beabsichtigt, gegen weitere Gasversorgungsunternehmen förmliche Verfahren einzuleiten.

Preise vergleichen und Anbieter wechseln

Pfister rief die Kunden auf, Gaspreise zu vergleichen. Immer mehr Gasversorgung böten günstigere Sondertarife an, es lohne es sich, beim bisherigen Versorger nachzufragen. Die Verbraucher sollten aber auch die Angebote anderer Gasversorger ansehen und – wenn deren Konditionen günstiger sind – den Gasversorger wechseln.

"Leider gibt es derzeit nur eine geringe Auswahl an Gasanbietern auf dem Markt. Positiv für den Verbraucher ist allerdings, dass der Wettbewerb mehr und mehr in Schwung kommt", so Pfister. Die Verbraucher können hierzu einen Beitrag leisten, indem sie Angebote vergleichen und ggf. ihren Gaslieferanten wechseln. "Der Gasanbieterwechsel ist genauso einfach und risikofrei wie der Wechsel des Stromanbieters", betont Pfister.

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