PESAG und IHK fragten: "Nutzen Sie Ihre Chance im Energiemarkt?"

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Wie können Unternehmen die Möglichkeiten des liberalisierten Energiemarkts nutzen? Welche neuen Wege der Kooperation zwischen Wirtschaft und Energiedienstleistern zeichnen sich ab? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 3. Energiegesprächs in Ostwestfalen, das der ostwestfälisch-lippische Energieversorger PESAG AG gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn veranstaltete.



Vor mehr als 250 Vertretern aus Industrie, Gewerbe und Handwerk betonte PESAG-Vorstandsmitglied Dr. Bernhard Bloemer in seiner Begrüßung, dass die PESAG sich gut im liberalisierten Strommarkt positioniert habe. Gründe hierfür seien insbesondere, dass sie sich schon im Vorfeld der Liberalisierung des deutschen Energiemarktes durch Kostensenkungsprogramme, organisatorische Anpassungen und andere Maßnahmen frühzeitig auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt hat. "Mit der PreussenElektra steht ein leistungsfähiger Partner als Vorlieferant zur Verfügung. Unsere Kunden profitieren von dieser erfolgreichen Konstellation", so Dr. Bloemer.



Im Industriekundenbereich gehört die PESAG seit Jahren zu den preisgünstigsten Energieversorgern in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen ist sie seit vielen Jahren die Nummer Eins. Außerhalb ihres "Heimatmarktes" hat die PESAG die Vertriebsaktivitäten im wesentlichen auf mittlere Industrie- und Gewerbekunden in OWL sowie im westlichen Westfalen ausgerichtet. Durch die Liberalisierung des Energiemarktes und der damit verbundenen Öffnung der regionalen Grenzen konnte die PESAG 1999 rund 20 Prozent zusätzlichen Stromabsatz unter Vertrag nehmen.



Aus PESAG-Sicht gliedert sich heute der Energiemarkt auf der Nachfrageseite im wesentlichen in Massenkunden, Größtkunden und Individualkunden. Der Individualkunde (Bereiche: Privathaushalt, Gewerbe, Handwerk, mittelständische Industrie) erwarte neben günstigen Energiepreisen Kundennähe, Flexibilität und Service. "Hier liegt die Stärke und Leistungsfähigkeit eines regionalen Energieversorgungsunternehmens wie der PESAG", betonte Dr. Bloemer.



Aufgrund der weiteren Entwicklung des Marktes, die mit einem steigenden Wettbewerbsdruck verbunden ist, brauche die PESAG trotz ihrer guten Ausgangssituation weitere Synergien. Für die PESAG stehe ein Zusammenschluss mit den Stadtwerken Paderborn wie bisher ganz oben auf der Tagesordnung. Darüber hinaus habe die PESAG auch Kontakt zu anderen Unternehmen der ostwestfälischen Region gesucht. In Gesprächen mit EMR und den Stadtwerken Bielefeld konnte ein mögliches Modell zur Gründung eines gemeinsamen ostwestfälischen Energieunternehmens entwickelt werden.



Ferdinand Klingenthal, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, begrüßte nochmals ausdrücklich die Liberalisierung des Energiemarktes. "Wir alle haben mit einer gewissen Faszination miterlebt, wie sich der Telefonmarkt nach der Liberalisierung entwickelt hat", so Klingenthal. Dieses Beispiel habe gezeigt, wozu die Marktkräfte fähig seien.



Aus Sicht der Landesregierung stellte Jörg Hennerkes, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, heraus, dass die Veränderungen in der Energiewirtschaft insbesondere in Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung seien, weil "wir unbestritten der bedeutenste Standort für die Energieerzeugung in Europa sind und weil wir Stein- und Braunkohle aus heimischen und damit versorgungssicheren Lagerstätten fördern". Der Staatssekretär kritisierte das von der alten Bundesregierung verabschiedete Energiewirtschaftsgesetz, das - insbesondere aufgrund der im Gesetz festgelegten Öffnung des Marktes vom ersten Tage an - einen fairen Wettbewerb behindere. "Auch vor Dumping-Preisen ausländischer Anbieter ist die deutsche Energieversorgung nicht ausreichend geschützt", so Hennerkes. Unter diesen Rahmenbedingungen seien horizontale und vertikale Kooperationen zwingend notwendig. "Ich weiß, dass auch in Ostwestfalen-Lippe aktiv versucht wird, Kooperationen einzugehen, um vital und zusätzlich gestärkt die Zukunft zu meistern. Ich begrüße diese Bestrebungen ausdrücklich".



Dr. Michael Redanz, Leiter Geschäftsbereich Energiehandel bei der PreussenElektra AG, Hannover, richtete den Blick auf die Veränderungen im nationalen und internationalen Energiemarkt. Die Situation auf dem deutschen Strommarkt sei gekennzeichnet durch Überkapazitäten im Erzeugerbereich, verstärkte Importe sowie Preisdruck und Margenverluste in diesem Bereich. Gleichzeitig sei das Zusammenwachsen der Energiemärkte auf internationaler Ebene unübersehbar. Vor diesem Hintergrund habe die PreussenElektra neben den bestehenden Erzeugungskapazitäten und einem flexiblem Kraftwerkssystem sowie dem gut strukturierten Netz frühzeitig den Ausbau ihrer Stromhandelsaktivitäten forciert. "Der pysikalische und finanzielle Stromhandel unterstützt und optimiert die Ergebnisse der eigenen Produktionsanlagen", so Dr. Redanz. Hierzu habe die PreussenElektra bereits Ende 1998 einen "Trading Floor" in Hannover in Betrieb genommen. Insgesamt könne die PreussenElektra aufgrund einer optimierten Strombeschaffung und Preisabsicherung ihren Partnern, den - etwa der PESAG -, attraktive Bezugskonditionen bieten.



Nachdem Michael Wippermann, Leiter PESAG Energievertrieb Geschäftskunden, die Vertriebsstrategie der PESAG skizziert hatte, stellten Dr. Hans-Joachim Herbermann, Geschäftsführer der CLAAS Industrietechnik GmbH und Manfred Kirchherr, Geschäftsführer Forbo Werke GmbH (beide Paderborn) ihre ersten Erfahrungen mit dem liberalisierten Strommarkt vor.

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