Anruf-Aktion

Per Telefon für Atomausstieg demonstrieren

Mit einer Telefondemonstration unter dem Motto "Bürger fragen nach!" protestieren heute hunderte Menschen gegen längere Laufzeiten für Atomkraftwerke. In den Büros zahlreicher Mitglieder der für Energie und Reaktorsicherheit zuständigen Koalitions-Arbeitsgruppen klingeln unaufhörlich die Telefone, wie die Veranstalter mitteilen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Zahlreiche Bürger bestürmen die Politiker mit Fragen zum Atomausstieg: "Warum wollen Union und FDP wieder auf Atomkraft setzen, obwohl die Endlagerung von Atommüll ungelöst ist? Obwohl Atomkraft massive Sicherheitsrisiken birgt? Obwohl längere Laufzeiten den Ausbau der Erneuerbaren Energien blockieren?".

Zu der Aktion ruft das Kampagnennetzwerk Campact auf. "Wir wollen sehen, ob Union und FDP nur ein Ohr für die Atomlobby haben, oder auch die Bedenken und Sorgen der Bürger ernst nehmen", erklärte Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz.

"Unser Protest beginnt zu wirken", so die Kampagne. Die Koalitionspartner "führen sie einen Eiertanz auf, wann über längere Laufzeiten entschieden werden soll, dabei galt diese Vereinbarung vor der Wahl als gesetzt." Das zeige, dass der Ausstieg aus dem Atomausstieg noch lange nicht beschlossen sei.

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