Neue Struktur

OVAG gliedert Vertrieb und Marketing aus

Nach jahrelanger Vorbereitung wurde es den Oberhessischen Versorgungsbetrieben (OVAG) nun genehmigt, die Geschäftsbereiche Vertrieb und Marketing steuerneutral in eine Handelsgesellschaft auszugliedern. Der Marktauftritt erfolgt zum 1. Januar des kommenden Jahres. Bei der OVAG ist man erfreut - nun könne man sich optimal dem liberalisierten Markt stellen.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

"Der gordische Knoten ist durchschlagen" - mit diesen Worten kommentierte der Finanzvorstand der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG), Rainer Schwarz, die aktuelle Entscheidung der Finanzbehörde, wonach die Geschäftsbereiche "Vertrieb" und "Marketing" jetzt steuerneutral in die OVAG-Handelsgesellschaft ausgegliedert werden können. "Wir sind erfreut", so Rainer Schwarz, "dass die Finanzbehörden innerhalb relativ kurzer Zeit die im Raum stehenden komplizierten Fragen positiv beurteilt haben".

Grünes Licht also für die Handelsgesellschaft der OVAG nach mehrjähriger Vorbereitung, welche für einen Großteil der Mitarbeiter eine "anspruchsvolle Doppelbelastung" mit sich gebracht habe. Nun könne sich die Handelsgesellschaft am 1. Januar 2003 in ihrer endgültigen Aufmachung präsentieren, hieß es. Eine Entscheidung die für Rainer Schwarz, dem alleinigen Vorstand der neuen Gesellschaft, zukunftsweisend ist: "Die Ausgliederung der Handelsgesellschaft ist aber auch eine Vorwegnahme des zu erwartenden neuen EU-Rechts." Dieses Recht soll vorschreiben, dass künftig die Bereiche Netz und Handel bei mehr als 100.000 Kunden jeweils eigene, von einander unabhängige Rechtsformen bilden. Ein Schritt, den die OVAG nun zügig in die Tat umsetzen will. "Damit können wir uns ideal den Anforderungen des seit 1998 liberalisierten Energiemarktes stellen." Neben der Energiebeschaffung zu marktgerechten Konditionen an allen Marktplätzen (unter anderem auch der Leipziger Strombörse) stünden vor allem der Kunde und neue Geschäftsfelder im Mittelpunkt dieser Gesellschaft.

Für die Kunden der OVAG ändert sich im Zuge der gesetzlichen Rechtsnachfolge zunächst nichts. Jedoch sollen durch die Aktivitäten der Handelsgesellschaft die Dienstleistungen nicht nur erweitert, sondern überdies optimiert werden. "Die neu gestaltete Struktur der Energiebeschaffung versetzt uns in die Lage, weiterhin günstige Endpreise zu garantieren", blickt Rainer Schwarz zuversichtlich in die Zukunft.

Fest steht außerdem: Die Handelsgesellschaft bleibt als hundertprozentige Tochter der OVAG selbstverständlich im erprobten Fahrwasser des Gesamtkonzerns der Oberhessische Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft. "Dieser Konzern mit seinen qualifizierten und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat sich ja schon in der Vergangenheit hervorragend bewährt", stellt Rainer Schwarz heraus. "Allerdings ist die jetzt auszugliedernde Organisation die angemessene Antwort auf die Anforderungen des Marktes".

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