Mineralöl-Barometer

OPEC senkt Förderquoten wie geplant / Rohölpreise bleiben hoch

In seinem aktuellen Mineralöl-Barometer berichtet der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) von unverändert hohen Rohölpreisen und einem deutlichen Überschussangebot. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal stieg das Angebot an Rohöl um gut vier Prozent auf 82,1 Barrel pro Tag.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Der Weltölmarkt war auch im ersten Quartal 2004 durch ein deutliches Überschussangebot in Höhe von knapp 1,7 Millionen Barrel pro Tag gekennzeichnet. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal stieg das Angebot an Rohöl um gut vier Prozent auf 82,1 Barrel pro Tag, während die Nachfrage um 1,6 Prozent auf 80,4 Barrel pro Tag zulegte. Das geht aus dem aktuellen vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV) veröffentlichten Mineralöl-Barometer hervor.

Trotz dieses hohen Überangebots an Rohöl auf dem Weltmarkt legten die Rohölpreise im ersten Quartal 2004 weiter zu. Die Ölpreise kletterten gegen Ende des ersten Quartals auf den höchsten Stand seit Beginn des Irakkriegs im Frühjahr 2003. Obwohl der OPEC-Korbpreis seit langem über der von der OPEC angestrebten Preisspanne von 22 bis 28 Dollar pro Barrel liegt, beschloss die OPEC eine Förderreduzierung ab April dieses Jahres, um einen Preisverfall im Frühjahr zu verhindern. Gleichzeitig produziert die OPEC seit Monaten weit über ihrem vereinbarten Förderlimit. Dass trotz guter Fundamentaldaten beim Rohöl feste Notierungen vorherrschten, liegt laut MWV an niedrigen Lagerbeständen in den Industriestaaten und der Sorge vor möglichen Unruhen in Venezuela. Auch die Terroranschläge in Madrid hatten steigende Notierungen zur Folge.

Gleichzeitig stiegen die Rohölpreise im ersten Quartal 2004 weiter. Nachdem die Ölpreise in den ersten beiden Monaten zunächst gegenüber dem Jahresende 2003 um einen Dollar pro Barrel zulegten und damit die 30-Dollar-Grenze überschritten, gab es im März 2004 einen erneuten deutlichen Anstieg um über 2,5 Dollar pro Barrel. Von den seit vielen Monaten vorhandenen Angebotsüberschüssen beim Rohöl und dem Überschreiten der Förderquoten durch die OPEC-Staaten blieben die Ölbörsen unbeeindruckt, resümiert der MWV.

Der Preis für den OPEC-Korb aus sieben Rohölsorten sank im Monatsdurchschnitt von 30,33 Dollar pro Barrel im Januar geringfügig auf 29,56 Dollar pro Barrel im Februar, stieg dann im März aber deutlich auf 32,05 Dollar pro Barrel an. Das entspricht einem Quartalsdurchschnitt von 30,67 Dollar pro Barrel gegenüber 30,55 Dollar pro Barrel im ersten Quartal 2003 – ein Plus von 0,5 Prozent. Im vierten Quartal 2003 hatte der OPEC-Korbpreis bei durchschnittlich 28,86 Dollar pro Barrel gelegen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erdgaspreise

    Opec einigen sich auf Fördergrenze beim Öl

    Die zerstrittene Opec hat sich nun doch einigen können, die Ölfördermenge zu begrenzen. Bereits seit zwei Jahren sind die Ölpreise fast durchgehend im Keller. Das Öl wurde sofort nach der Entscheidung teurer.

  • Erdölgewinnung

    Ölpreise sinken: Iran will Exporte hoch fahren

    Die Ölpreise sind zu Beginn der Woche wieder leicht zurückgegangen. Für Händler besteht eine der Hauptursachen dafür darin, dass der Iran seine Ölexporte steigern will. Außerdem spielen die Waldbrände in Kanada, die mittlerweile besser unter Kontrolle sind, eine Rolle bei der Preisentwicklung.

  • Strompreise

    IfW-Experte im "Tagesspiegel": Ölpreis bleibt hoch

    Führende deutsche Konjunkturforscher sehen keine Chancen auf einen baldigen Preisverfall beim Öl. Der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" sagten sie, dass sich die Opec durch den schwachen Dollar eher am Euro orientiere. Die Erholung der Wirtschaft sei aber nicht ernsthaft gefährdet.

  • Stromnetz Ausbau

    OPEC hält Ölpreise auf hohem Niveau

    Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vermutet in seinem neusten Wochenbericht, dass die OPEC ihr Rohöl-Preisziel implizit erhöht hat und sich inzwischen stärker an den Preisen in Euro orientiert. Mittelfristig dürfe es bei einem so hohen Preisziel kaum Spielraum für Produktionssteigerungen geben.

  • Stromtarife

    Mineralöl-Barometer: Förderquoten konstant / Rohölpreise gestiegen

    Der Weltölmarkt war im vierten Quartal 2003 erneut durch ein Überschussangebot gekennzeichnet. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal stieg das Angebot an Rohöl um gut vier Prozent auf rund 81,4 Millionen Barrel pro Tag, während die Nachfrage um 1,9 Prozent auf 80,7 Barrel pro Tag zulegte. Das schreibt der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) im aktuellen Mineralöl-Baromter.

Top