Ölpreis zu niedrig

OPEC-Präsident erwägt weitere Kürzung der Fördermenge

Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), José Maria Botelho de Vasconcelos, zieht erneute Förderdrosselungen in Erwägung. "Wenn es nötig sein sollte, werden wir bei unserer Sitzung Mitte März noch einmal eine Förderkürzung beschließen", sagte er in einem Interview mit "Spiegel-Online" am Montag.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp.djn/sm) - Grund für die geplanten Kürzungen sei der stark gefallene Ölpreis, der derzeit bei rund 44 Dollar (35 Euro) pro Barrel (159 Liter) liegt. Die OPEC steuere einen Barrel-Preis von etwa 75 Dollar an.

An der New Yorker Rohstoffbörse Nymex ist der Ölpreis nach den Ankündigungen über eventuelle OPEC-Förderbegrenzungen im Laufe des Tages deutlich angestiegen. Der Preis des führenden April-Kontrakts auf ein Barrel der Rohölsorte Light Sweet Crude stieg gegenüber Freitag um 5,5 Prozent auf 48,01 Dollar an.

Der französische Mineralölkonzern Total hatte außerdem angekündigt, eine seiner Raffinerien um zwei Drittel des gewöhnlichen Ausstoßes bis Ende April wegen Wartungsarbeiten heruntergefahren.

Die OPEC hat seit September 2008 bereits drei Förderkürzungen von insgesamt 4,2 Millionen Barrel pro Tag beschlossen, um den Ölpreisrückgang aufzuhalten. Der Ölpreis lag vergangenen Sommer auf einem Rekordhoch von 147 Dollar pro Barrel. Seit Beginn der Finanzkrise ist der Barrel-Preis jedoch um rund 70 Prozent gefallen.

Der Angolaner Botelho de Vasconcelos hat Anfang 2009 die OPEC-Präsidentschaft übernommen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erdgaspreise

    Opec einigen sich auf Fördergrenze beim Öl

    Die zerstrittene Opec hat sich nun doch einigen können, die Ölfördermenge zu begrenzen. Bereits seit zwei Jahren sind die Ölpreise fast durchgehend im Keller. Das Öl wurde sofort nach der Entscheidung teurer.

  • Erdölgewinnung

    Ölpreise sinken: Iran will Exporte hoch fahren

    Die Ölpreise sind zu Beginn der Woche wieder leicht zurückgegangen. Für Händler besteht eine der Hauptursachen dafür darin, dass der Iran seine Ölexporte steigern will. Außerdem spielen die Waldbrände in Kanada, die mittlerweile besser unter Kontrolle sind, eine Rolle bei der Preisentwicklung.

  • Strompreise

    Leicht gestiegen: Aktienmarkt stützt Ölpreise

    Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März wurde im asiatischen Handel für 41 US-Dollar gehandelt und kostete damit 22 Cent mehr als zum Handelsschluss am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 31 Cent auf 44,39 Dollar.

  • Hochspannungsmasten

    Ölpreise halten sich über 40-Dollar

    Trotz leichter Kursverluste haben sich die Ölpreise am Donnerstag deutlich über der 40 Dollar-Marke gehalten. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am frühen Nachmittag 41,18 Dollar und damit rund ein Dollar weniger als gestern.

  • Hochspannungsmasten

    Nahost-Konflikt treibt Ölpreis auf knapp 50 Dollar

    Innerhalb der letzten zwei Wochen ist der Ölpreis um fast 50 Prozent gestiegen. Nach dem vorweihnachtlichen Tiefstand haben die aktuellen Vorkommnisse im Gaza-Streifen wieder für einen Preisschub gesorgt. Jedoch liegt der Preis immer noch etwa 100 Euro unter dem Rekordhoch im Sommer 2008.

Top