DIW Wochenbericht

OPEC hält Ölpreise auf hohem Niveau

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung vermutet in seinem neusten Wochenbericht, dass die OPEC ihr Rohöl-Preisziel implizit erhöht hat und sich inzwischen stärker an den Preisen in Euro orientiert. Mittelfristig dürfe es bei einem so hohen Preisziel kaum Spielraum für Produktionssteigerungen geben.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Auf ihrer außerordentlichen Konferzenz kürzlich in Algier haben die OPEC-Ölminister trotz anhaltend hoher Rohölpreise beschlossen, die Produktionsquoten zum 1. April 2004 um eine Million Barrel pro Tag auf 23,5 Million Barrel pro Tag zu senken. Dies lege die Vermutung nahe, dass die OPEC ihr Preisziel implizit erhöht hat – auf etwa 28 US-Dollar je Barrel Rohöl –, weil sie sich inzwischen stärker an den Preisen in Euro orientiert, heißt es im aktuellen Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin 8/2004.

Wenn sie dieses Ziel tatsächlich erreichen möchte, dann müsse sie sicherstellen, dass die Produktion ihrer Mitgliedsländer künftig weitgehend den vereinbarten Produktionsquoten entspricht. Dies würde bedeuten, dass die Ölgewinnung der OPEC im Jahre 2004 im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig steigen könnte. Auch mittelfristig dürfte bei einem so hohen Preisziel kaum Spielraum für Produktionssteigerungen der OPEC (ohne Irak) bestehen. Einige OPEC-Länder planen aber deutliche Produktionssteigerungen in den nächsten Jahren. Es sei daher fraglich, ob die OPEC ihre derzeitige Strategie auf Dauer durchhalten kann, schreibt das DIW weiter.

Im Jahre 2003 betrug der Durchschnittspreis für OPEC-Rohöl gut 28 US-Dollar je Barrel, der höchste Stand seit fast 20 Jahren. Das lag laut DIW vor allem daran, dass das Angebot relativ knapp blieb. So konnten die zu Beginn des Jahres sehr niedrigen Lagerbestände an Rohöl und Mineralölprodukten bis Ende 2003 nicht auf ein normales Niveau angehoben werden. In den USA sanken die kommerziellen Vorräte Anfang 2004 sogar unter den Stand, der bisher für eine reibungslose Ölversorgung der amerikanischen Industrie als notwendig erachtet wurde.

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