Preissteigerung

Opec einigen sich auf Fördergrenze beim Öl

Die zerstrittene Opec hat sich nun doch einigen können, die Ölfördermenge zu begrenzen. Bereits seit zwei Jahren sind die Ölpreise fast durchgehend im Keller. Das Öl wurde sofort nach der Entscheidung teurer.

Erdgaspreise© Jim Parkin / Fotolia.com
Algier/New York - Verbraucher müssen sich auf steigende Benzin- und Heizölpreise einstellen: Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich nach langem Ringen auf eine Obergrenze bei der Ölförderung geeinigt. Das Kartell beschloss am späten Mittwochabend eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel (je 159 Liter). Die Entscheidung bedeutet eine Absenkung der Produktion um fast 750.000 Barrel täglich gegenüber August diesen Jahres. Zudem wolle die Opec ein Gremium einsetzen, das bis zur nächsten offiziellen Sitzung der Organisation im November in Wien die Förderquoten für jeden Mitgliedsstaat bestimmen solle, sagte Katars Energieminister Mohammed al-Sada nach mehr als sechsstündigen Beratungen in Algier.

Ölpreis steigt nach Opec-Einigung

Eine Begrenzung der geförderten Menge soll das Angebot verknappen und die Preise erhöhen. Die Ölpreise zogen sofort um über sechs Prozent an und hielten die Zugewinne von mehr als zwei Dollar je Barrel (159 Liter) zunächst auch am Donnerstag. Der Markt sei von der Einigung der zerstrittenen Opec-Mitglieder überrascht worden, hieß es bei Händlern. Zuletzt kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 48,54 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag bei 47,01 Dollar. Abzuwarten bleibt, ob sich der Preisanstieg tendenziell verfestigt. Neben der Fördermenge - die Mitgliedstaaten der Opec stehen weltweit etwa für ein Drittel des Rohöls - ist auch die Nachfrage wichtig. Und hier liefern maue Aussichten für die Weltkonjunktur keine Impulse. Zudem sind die Lager weltweit voll.

Ölpreise sind seit fast 2 Jahren im Keller

Algeriens Energieminister Noureddine Boutarfa hatte vor dem Treffen deutlich gemacht, dass ein Preis von im Schnitt unter 50 US-Dollar pro Barrel Öl (159 Liter) nicht tragbar sei und den Markt und die Versorgungssicherheit mittel- und langfristig gefährde. Seit Mitte 2014 liegen die Ölpreise auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Zwischenzeitlich erholten sie sich zwar etwas. Insgesamt machen die geringen Notierungen, von denen Verbraucher bei Benzin oder Heizöl profitieren, etlichen Förderländern und Förderunternehmen aber weiter stark zu schaffen.

Russland zeigt sich zu Gesprächen bereit

Vor allem Unstimmigkeiten zwischen den großen ölproduzierenden Ländern Saudi-Arabien und Iran hatten bisher einer Einigung auf eine Begrenzung der Fördermengen im Weg gestanden. Nicht-Opec-Mitglied Russland, ebenfalls wichtiger Ölproduzent, zeigte sich bereit zu Gesprächen mit den Opec-Staaten. "Sollte es ein Angebot geben zu einem Treffen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern, nehmen wir es an", sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak der Agentur Interfax zufolge. Beim Treffen in Algier war Russland jedoch nicht dabei.

Quelle: DPA

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