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Ominöse Mails von AITF: Insolvenzverwalter distanziert sich

Der Insolvenzverwalter der TIC GmbH hat sich von den E-Mail-Forderungen der AITF distanziert. Da das Verfahren jedoch erst vor einigen Wochen eröffnet worden ist, können noch keine Auskünfte zur genauen Rechtslage gemacht werden. Rechtsanwalt Sören Kusch rät deshalb: Nicht zahlen und abwarten.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

In der vergangenen Woche sorgten Mails an Kunden der mittlerweile insolventen TIC für Aufregung. Darin wurden die Empfänger aufgefordert, einen bestimmten Betrag zu begleichen (das strom magazin berichtete, bitte lesen Sie hier). Mittlerweile hat sich der Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder aus Hamburg von dem "eigenmächtigen Vorgehen" des ehemaligen TIC-Geschäftsführers Dieter Singer distanziert. "Wir haben Herrn Singer nicht beauftragt", sagte Rechtsanwalt Sören Kusch, Mitarbeiter des Insolvenzverwalters, gegenüber dem strom magazin.

Nach Auskunft des Hamburger Rechtsanwalts Kusch stehen die Abwickler der zahlungsunfähigen TIC GmbH vor einer "extrem komplizierten Situation", weil das Unternehmen nicht in rechtlich geordneten Bahnen geführt wurde. Generell sei man nur für die später in Hamburg gegründete TIC GmbH zuständig, Kunden der ehemaligen TIC Admin könne Herr Singer prinzipiell anschreiben. "Wir haben erst vor zwei Wochen das Verfahren eröffnet und sind noch zu keinen genauen Auskünften fähig", gestand Kusch gegenüber dem strom magazin ein. Da die GmbH aus dem Einzelunternehmen TIC Admin entstanden sei, könne es sein, dass sie auch für das Vorgängerunternehmen die Haftung übernimmt. Dann würden die Kunden, die Strom von TIC bekommen haben, ihn aber noch nicht bezahlt haben, zu einem späteren Zeitpunkt Post vom Insolvenzverwalter bekommen. "Wir sind auf die Unterstützung der ehemaligen Geschäftsführer angewiesen, denn es liegt keine korrekte Buchführung und auch kein nachvollziehbares Rechnungswesen vor", beschrieb Sören Kusch die derzeitige Situation.

Wann also die Forderungen aufgearbeitet sein werden, hängt vor allem auch an der Kooperationsbereitschaft der Energieversorger. Da Dieter Singer offensichtlich nicht über genaue Abrechnungsdaten der einzelnen Regionalversorger verfügt, wird es für alle Beteiligten schwierig, die Firma TIC GmbH komplett abzuwickeln. Wie das strom magazin erfuhr, wurden mittlerweile auch alle deutschen Energieversorger von Dieter Singer und der AITF mit der Bitte um Übermittlung der Kundendaten angeschrieben.

Rechtsanwalt Kusch geht nicht davon aus, dass ein seriöses Inkassobüro bei dieser Datenlage die Forderungen von Dieter Singer übernimmt. Er rät den betroffenen Kunden, nicht zu zahlen und auf einen Bescheid vom Insolvenzverwalter zu warten. Wie lange das dauern wird, konnte er allerdings nicht sagen.

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