Endlager-Standort

Offenlegung der Gorleben-Protokolle gefordert

Die Linke im niedersächsischen Landtag verlangt die Offenlegung der 32 Jahre alten Kabinettsprotokolle über die Entscheidung für den Endlagerstandort Gorleben. Die Landesregierung müsse beweisen, dass ihre Entscheidung damals seriös getroffen worden sei, sagte am Montag der Umweltexperte der Linken, Kurt Herzog.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp-nrd/red) - Indem sie die Protokolle weiter unter Verschluss halte, versuche die Regierung offenbar, eine neue Debatte über die Suche nach alternativen Standorten zu verhindern. Auch der Lüchow-Dannenberger Kreistag und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg forderten die Veröffentlichung der Protokolle.

Die damalige Landesregierung unter Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) hatte sich im Frühjahr 1977 für Gorleben als Standort eines "Nuklearen Entsorgungszentrums" ausgesprochen. Atomkraftkritiker vermuten, dass bei der Standortentscheidung nicht nur fachliche Gründe den Ausschlag gaben. So hätten die Politiker damit gerechnet, dass es in dem dünn besiedelten Landkreis Lüchow-Dannenberg nur wenig Widerstand gegen die Atomanlagen geben werde.

Seit der Standortbenennung wird der Gorlebener Salzstock auf seine Eignung als Endlager für hoch radioaktiven Müll untersucht. Während der Erkundung hat es nach Angaben Herzogs und von Bürgerinitiativen massiven politischen Druck auf beteiligte Wissenschaftler gegeben. So sei 1983 in einem Gutachten nach der Intervention der Bundesregierung die Empfehlung gestrichen worden, auch andere Standorte zu untersuchen. Vertreter der Bundesregierung hätten die für Gorleben zuständige Physikalisch-Technische Bundesanstalt gedrängt, eine negative Bewertung der bis dahin erfolgten Tiefbohrungen in Gorleben zu ändern.

Die Arbeiten im Salzstock wurden im Jahr 2000 unterbrochen. Während Union und FDP auf ein Ende des Moratoriums dringen, will Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) auch andere Standorte untersuchen lassen.

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