Gefahr

"Offener Brief" des DNR: Atomkraftwerke können zu bevorzugten Zielen von Terroranschlägen werden

Der Deutsche Naturschutzring hat die deutschen Politiker in einem "Offenen Brief" aufgefordert, die Sicherheitslage der Atomkraftwerke neu zu überdenken.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR) Hubert Weinzierl hat sich heute in einem "Offenen Brief" an Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesumweltminister Jürgen Trittin mit folgendem Brief gewandt. Wir veröffentlichen diesen nachfolgend im Wortlaut.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Bundesumweltminister, nach den Terroranschlägen in den USA hat sich auch in Deutschland die Sicherheitslage von Grund auf verändert. Nach Auffassung des DNR betrifft dies insbesondere auch die "friedliche" Nutzung der Atomkraft. Ich erinnere an Prof. Carl Friedrich Weizsäcker, der bereits 1988 einräumte, dass ein Staat mit Atomreaktoren im Krieg oder Terrorfall praktisch nicht verteidigbar ist. Der DNR teilt diese Auffassung und warnt davor, in der Frage der Atommülllagerung zur Tagesordnung überzugehen. Atomkraftwerke wie Atommüll-Lager könnten zu bevorzugten Zielen von Terroranschlägen werden. Ganz aktuell fordern wir Sie daher auf, die derzeit laufenden Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Standortzwischenlagern zu unterbrechen, die nächsten Termine abzusagen und mit erneuerten Unterlagen, (in denen der Flugzeugabsturz nicht als "Restrisiko" abgetan wird) völlig neu zu beginnen.

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