Offener Brief an Wirtschaftsminister Müller: Vorgehensweise um Verbändevereinbarung Gas wenig konstruktiv

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com
In einem "Offenen Brief" an Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) kritisiert der Vorstandschef des Berliner Energieversorgers ares, Andreas Rose, die Verabschiedung der zweite Verbändevereinbarung Gas ohne die Beteiligung der freien Händlerverbände und Wettbewerbsinitiativen. Nachfolgend veröffentlichen wir den Brief in der Originalversion.


"Mit Erstaunen haben wir letzte Woche Meldungen aus der Presse zur Kenntnis genommen, nach denen die Verhandlungen über die Verbändevereinbarung II Gas nun wohl ihren Abschluss gefunden haben und diese am 1. März in Hamburg von BDI, VIK, BGW und VKU verabschiedet werden soll. Laut einem Brief von Frau Dr. Möller vom 5. Juli 2000 haben Sie zu Beginn der Verhandlungen "...ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in den weiteren Verhandlungen zur Verbändevereinbarung Gas II die Händler- und Verbraucherinteressen angemessen berücksichtigt werden müssen." Mit Bedauern müssen wir nun feststellen, dass Ihrem ausdrücklichen Wunsch nach einem möglichst großen Kreis von Involvierten bei diesen Gesprächen nicht Rechnung getragen wurde. Weder Händlerverbände wie der Freie Energie Dienstleisterverband (FEDV) oder die Initiative Pro Wettbewerb, noch die Verbraucherverbände sind zu den Verhandlungen hinzugezogen worden. Abgesehen davon, dass diese Verbände von vornherein nicht herangezogen wurden, bemühten wir uns seitens des FEDV mehrmals um eine Einladung zu den Gesprächen, welche wiederholt abgelehnt oder in letzter Sekunde zurückgezogen wurden, so dass wir keine Chance hatten, im Sinne des freien Wettbewerbs die Händler- oder Verbraucherseite zu vertreten.


Wie wenig konstruktiv diese Vorgehensweise ist, zeigt uns die Situation der Liberalisierung auf dem Strommarkt. Wir erwarten stehen gern mit konstruktiven Vorschlägen zur Verfügung, wie der Missstand eventuell noch behoben werden kann. Über die Verfahrensweise sind wir sehr enttäuscht, werden uns jedoch nicht entmutigen lassen, im Interesse der Verbraucher für bessere Regularien einzutreten.

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