Wegen Kohleabbau

Offener Brief: Alternativen zur Zerstörung von Lacoma gefordert

Die Lacomaer Teiche stehen unter dem Schutz der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, dennoch hat der Stromkonzern Vattenfall die Beseitigung des Teichgebietes für den Kohleabbau beantragt. Cottbuser Umweltschützer und Künstler fordern in einem Offenen Brief nun Alternativen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Cottbus (ddp-lbg/sm) - Cottbuser Umweltschützer und Künstler fordern Alternativen zur Abbaggerung der Lacomaer Teiche. In einem am Mittwoch veröffentlichten Offenen Brief an den Vorstand von Vattenfall wird der Kohlekonzern aufgefordert, alternative Planungen für den im Jahr 2005 drohenden Stillstand des Tagebaus Cottbus-Nord vorzulegen. Dies liege im Interesse der Arbeitnehmer und der gesamten Cottbuser Region.

Niemand könne eine Garantie geben, wie die laufenden Genehmigungsverfahren zur geplanten Zerstörung der Lacomaer Teiche ausgehen, heißt es weiter. Kommt diese Genehmigung nicht, müsse der Tagebau schon bald stoppen. Vattenfall habe die Pflicht, für diesen Fall eine sozial verträgliche Lösung vorzubereiten. "Andernfalls wird der Rechtsstaat womöglich mit einer Notlage unter Druck gesetzt, in die sich Vattenfall selbst gebracht hat", sagte René Schuster, der die Naturschutzverbände im Braunkohlenausschuss vertritt.

Der Brief wurde unter anderem von Mitgliedern des Braunkohlenausschusses, Cottbuser Studenten, dem Schriftsteller Jurij Koch und dem Maler Matthias Körner unterzeichnet. Die Lacomaer Teiche stehen unter dem Schutz der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Vattenfall hat die Beseitigung des Teichgebietes in einem Planfeststellungsverfahren beantragt. Der Tagebau Cottbus-Nord liefert neben Jänschwalde und Welzow-Süd den derzeit geringsten Anteil an der Versorgung des Kraftwerkes Jänschwalde mit Kohle.

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