Unklare Informationslage

Offenbar Zwischenfall in Atomkraftwerk in Südchina (Upd.)

Im Atomkraftwerk Daya Bay in der südchinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen hat es offenbar Ende Mai einen Zwischenfall gegeben. In der vom Hongkonger Energiekonzern CLP Power betriebenen Anlage sei ein leichter Anstieg an Radioaktivität festzustellen gewesen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hongkong (afp/red) - Dieser sei nach ersten Erkenntnissen auf ein "sehr kleines Leck" in einem Brennstab zurückzuführen, teilte die Verwaltung in Hongkong am Dienstag mit. Eine Gefahr für die Öffentlichkeit habe allerdings nicht bestanden.

Der US-Sender Radio Free Asia mit Sitz in Washington hatte unter Berufung auf nicht näher zitierte Hongkonger Experten von einem Anstieg an Radioaktivität berichtet. Demnach soll am 23. Mai auch radioaktives Jod freigesetzt worden sein. CLP habe den Vorfall zunächst verheimlicht.

Der größte Hongkonger Energieversorger wies diese Vorwürfe zurück. Der Vorfall in der etwa 50 Kilometer nördlich von Hongkong in der chinesischen Provinz Guangdong gelegenen Anlage habe die internationalen Grenzwerte nicht überschritten, erklärte das Unternehmen. Die chinesischen Behörden seien in Kenntnis gesetzt worden.

Der stellvertretende Präsident einer pro-demokratischen Gruppe, Albert Lai, verlangte von der Regierung und dem Kraftwerksbetreiber eine Erklärung, warum die Öffentlichkeit erst über den Vorfall informiert wurde, als Medien darüber berichteten. Er kündigte deswegen ein Treffen mit Regierungsvertretern an.

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