Netzverkauf

Offenbar nur ein Bieter für Vattenfall-Stromnetz

Von den drei potenziellen Interessenten in der Endrunde für das Stromübertragungsnetz von Vattenfall Europe hat offenbar nur einer ein Gebot vorgelegt. Grund für die Zurückhaltung der übrigen Interessenten sei offenbar ein Mangel an Informationen über die Investitionspläne für das Geschäft.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

London (ddp.djn/red) - Zu einem Gebot am 4. Mai habe sich ein Konsortium aus Allianz, dem RREEF Alternative Investments der Deutschen Bank sowie Goldman Sachs entschlossen. Die Gruppe habe aber wahrscheinlich nur eine Interessenbekundung und keine bindende Offerte unterbreitet, hieß es.

Weiterhin würden jedoch alle drei Interessenten exklusive Verhandlungen anstreben. Die beiden anderen Interessenten seien die belgische Elia System Operator und ein nicht benannter Infrastrukturfonds, hieß es von der Person weiter. Solange die Parteien nicht wüssten, wie viel sie in das Netz investieren müssten, wäre es für sie sehr schwierig, die Höhe eines Gebots zu bestimmen.

Vattenfall Europe hatte im vergangenen Monat die Zustimmung der zuständigen Bundesnetzagentur für drei Projekte bei Stromnetzinvestitionen erhalten. Eine Sprecherin der Agentur hatte diese Woche erklärt, die Zustimmungen zu 50 Investitionsprojekten im Zusammenhang mit dem Vattenfall-Stromnetz stünden noch aus.

Ein Sprecher von Vattenfall sagte, das Unternehmen wolle die Transaktion bis Mitte des Jahres abschließen. Das Stromübertragungsnetz von Vattenfall hat eine Gesamtlänge von rund 9500 Kilometern und befindet sich vorwiegend in Ostdeutschland.

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