Debatte

Özdemir widerspricht Fischer in Energiepolitik

Der designierte Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat im Streit um neue Kohlekraftwerke dem früheren Außenminister Joschka Fischer (Grüne) widersprochen. Die Grünen wollten "nicht gleichzeitig aus Kohle und Atom aussteigen".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Das sagte Özdemir dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). Für eine Übergangszeit sei Energie aus Kohleverstromung notwendig. Mit dem Neubau von Kohlekraftwerken werde aber eine falsche Struktur der Energieversorgung für Jahrzehnte zementiert, sagte Özdemir.

Fischer hatte gewarnt, mit ihrer Antik-Kohle-Politik würden sich die Grünen ins politische Abseits katapultieren, weil damit der Atomausstieg in Gefahr gerate. Özdemir sagte, entgegen Fischers Wunsch gebe es noch keine Technik, mit der Kohlekraftwerke so nachgerüstet werden könnten, dass sie dann kein CO2 mehr emittierten.

In Karlsruhe hatte der Energiekonzern EnBW am Freitag den Grundstein für ein neues Kohlekraftwerk gelegt. Die baden-württembergischen Grünen kritisierten dies am Samstag. Der Grünen-Landesvorsitzende Daniel Mouratidis sprach von einem "im wahrsten Sinne des Wortes" schwarzen Tag für Karlsruhe und Baden-Württemberg. Statt auf eine zukunftsfähige Energieversorgung zu setzen, führten Landesregierung und der Energiekonzern EnBW einen Kurs, "der geradewegs in die energiepolitische Steinzeit führt und den Klimaschutz mit Füßen tritt", sagte Mouratidis.

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