Statement

Oettinger fürchtet durch Ostseepipeline keine höheren Gaspreise

EU-Energiekommissar Günter Oettinger rechnet nicht mit höheren Gaspreisen infolge der Milliardenbaukosten für die Ostseepipeline. Die Pipeline sei gut kalkuliert, sagte der CDU-Politiker am Freitag im Deutschlandfunk. Der Gaspreis werde in den kommenden Jahren vielmehr von der Konjunktur und den Märkten abhängig sein.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Köln (ddp/red) - Mit Blick auf die Versorgungssicherheit sagte Oettinger weiter, dass sich diese mit jeder weiteren Pipeline erhöhe. Zugleich wies er Befürchtungen zurück, dass die Abhängigkeit Europas von Russland infolge der Gaslieferungen durch die Ostsee steigen werde. Er setze darauf, dass langfristige Lieferverträge eingehalten werden. Durch den Export anderer Produkte nach Russland - etwa Maschinen und High-Tech-Produkte - gebe es vielmehr eine gegenseitige Abhängigkeit.

Dennoch komme es in den nächsten Jahren auf eine bessere Ausnutzung der Energieressourcen an. Er rechne damit, dass durch einen vernünftigen Energiemix die Bedeutung von Gas nicht steigen, sondern konstant bleiben werde.

Am Freitag sollte laut dem russischen Energiekonzern Gazprom bei Wyborg (Russland) mit einem Festakt der offizielle Baustart für die 1220 Kilometer lange Ostseepipeline vollzogen werden. Bis 2012 werden insgesamt drei Verlegeschiffe vor Schweden, im Finnischen Meerbusen und in der südlichen Ostsee zum Einsatz kommen.

Mit Blick auf die Nabucco-Pipeline, die Europa mit Gas aus Zentralasien versorgen soll, bekräftige der EU-Kommissar seine Ansicht, dass diese Pipeline frühestens 2018 in Betrieb gehen werde. Derzeit werde eine Konferenz mit allen beteiligten Unternehmen und Ländern vorbereitet. Erst im Dezember sei dann klar, ob das Projekt realisiert werden wird. Wichtig sei, dass die Verträge über Liefermengen die Pipeline rentabel machten.

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