Investitionen

Oettinger: EU muss 50 Prozent der Kraftwerke erneuern

Rund die Hälfte des Kraftwerksparks in Europa muss EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) zufolge bis 2030 erneuert oder ersetzt werden. Zudem forderte Oettinger die Energieversorger auf, mehr in ihre Netze zu investieren. Dafür soll es auch öffentliche Finanzhilfen geben.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - In den kommenden Jahren müsse in den Wandel der Stromnetze hin zu so genannten intelligenten Netzen (smart grids) investiert werden, forderte Oettinger bei einer Grundsatzrede zu erneuerbaren Energien am Dienstag in Brüssel. Zu öffentlichen Finanzhilfen für die Energieinfrastruktur wolle er noch in diesem Jahr einen Vorschlag vorlegen.

Daneben solle die Industrie selbst stärker in die Entwicklung moderner Energietechnologie investieren, forderte Oettinger. In diesem Kontext nannte er unter anderem Windenergie, Atomkraft sowie die CO2-Abscheidung und -Speicherung für Kohlekraftwerke (CCS).

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace lobte zwar, dass Oettinger offenbar für die Zeit bis 2020 die Strategie von Amtsvorgänger Andris Piebalgs weiterverfolge. Bis zu diesem Stichjahr will die EU 20 Prozent ihres Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen decken. Oettinger müsse sich aber schon heute für die Zeit danach stärker für erneuerbare Energien einsetzen, sagte Greenpeace-Energieexperte Sven Teske der Nachrichtenagentur AFP. "Die Weichen werden heute gestellt."

Energie aus herkömmlichen und erneuerbaren Quellen werde in Zukunft stärker in Konkurrenz zueinander treten, sagte Teske. In solchen Fällen sei es schwieriger, Kohle- oder Atomkraftwerke herunterzufahren als zum Beispiel Wasser- oder Biogaskraftwerke. Würden heute noch neue herkömmliche Kraftwerke gebaut, präge das die Energiewirtschaft auf Jahrzehnte hinaus.

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