Sicherheitsbedenken

Österreich: Weiter politischer Druck gegen Isar I

Der oberösterreichische Landesrat Rudolf Anschober fordert von der österreichischen Regierung mehr Engagement gegen das niederbayerische Atomkraftwerk Isar 1. Offenbar haben die demonstrativen Besuche einiger CSU-Politiker aus der vergangenen Woche nur wenig Ruhe in die Debatte gebracht.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Linz (ddp/red) - Im "Straubinger Tagblatt" (Montagsausgabe) kündigte das Mitglied der oberösterreichischen Regierung "politischen Druck" gegen das Kraftwerk an. Er setze dabei auf "Allianzen über Grenzen und Parteigrenzen hinweg", betonte Anschober.

Ein Sprecher des österreichischen Umweltministers Niki Berlakovich hatte vor eineinhalb Wochen klargestellt, der Minister sei klar gegen eine Verlängerung der Laufzeit. Er setze aber auf das Wort von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Dieser habe seinem österreichischen Amtskollegen zugesichert, dass er sich dafür einsetzen werde, die Laufzeit nicht zu verlängern. Ein Sprecher Röttgens hatte hingegen betont, eine solche Zusicherung habe es nie gegeben. Röttgen habe Berlakovich lediglich eine Intensivierung des Informationsaustausches zugesichert.

Neben Anschober und Berlakovich hatte auch die Landshuter CSU-Stadtratsfraktion sich wegen Sicherheitsbedenken gegen eine Verlängerung der Laufzeit von Isar 1 ausgesprochen. Die bayerische CSU und die Staatsregierung halten aber an einer Laufzeitverlängerung für den Reaktor fest. Isar 1 erfülle alle gesetzlichen Sicherheitsanforderungen, hieß es. Erst am Donnerstag hatten mehrere CSU-Politiker - unter ihnen auch Ex-Parteichef Erwin Huber - das Atomkraftwerk demonstrativ besucht und versucht, Sicherheitsbedenken auszuräumen.

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