Unterzeichnet

Österreich und Russland einig über Gas-Pipeline

Bei einem Besuch des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin in Wien haben Österreich und Russland am Samstag den Bau der Mega-Gaspipeline South Stream fest vereinbart. South Stream soll 63 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern und Europa unabhängiger von russischem Gas machen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Wien (afp/red) - Der österreichische Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und der russische Energieminister Sergej Schmatko unterzeichneten ein Abkommen, das den bis zu 24 Milliarden Euro teuren Bau der Gasröhre bis 2015 vorsieht. Das russische Gas soll über das Schwarze Meer und Bulgarien nach Westeuropa gelangen. In Baumgarten bei Wien ist eine Verteilerstation (CEHG) vorgesehen. Putin und der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann nahmen an der Unterzeichnungszeremonie teil.

South Stream soll die Abhängigkeit Westeuropas von Gaslieferungen über die Ukraine verringern. Geplant ist die Lieferung von 63 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Der Dauerkonflikt zwischen Russland und der Ukraine hatte mehrfach zur Unterbrechung der Gaslieferungen geführt.

South Stream ist ein Konkurrenzprojekt zu der von der EU unterstützten Pipeline Nabucco, die nicht russisches Gas, sondern Gas aus Ländern am Kaspischen Meer und aus dem Nahen Osten in den Westen Europas transportieren soll. Dieses 7,9-Milliarden-Euro-Projekt soll 2014 fertiggestellt werden. An Nabucco ist auch der deutsche RWE-Konzern beteiligt. South Stream wird vom russischen Gasriesen Gazprom und dem österreichischen Unternehmen OMV betrieben.

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