Umweltkatastophe

Ölpest trotz Dementi eingetreten (Upd.)

Fünf Tage nach dem Unfall zeichnet sich nun doch eine Ölpest vor der US-Küste ab. Die Suche nach elf Vermissten nach dem Sinken einer Bohrinsel im Golf von Mexiko wurde eingestellt, weil keine Hoffnung mehr bestand, diese noch lebend zu finden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

New Orleans (afp/red) – Fünf Tage nach dem Sinken der Bohrinsel im Golf von Mexiko scheint nun doch eine Katastrophe vor der US-Küste entstanden zu sein, obwohl das Austreten von Öl am Freitag noch dementiert worden war. Aus zwei Lecks unter Wasser trat nach Angaben des britischen Betreiberkonzerns BP Rohöl aus, das am Sonntag bereits einen rund tausend Quadratkilometer großen Ölteppich bildete. "Die Vermutung ist, und wir betonen, dass es sich um Schätzungen handelt, dass am Tag rund tausend Barrel auslaufen", sagte ein BP-Sprecher. Tausend Barrel Öl entsprechen etwa 159.000 Litern. Die Lecks befinden sich demnach in einer Wassertiefe von rund 450 Metern an einem Verbindungsrohr zwischen Bohrloch und der Bohrinsel. Das Ziel sei nun, das auslaufende Öl zu stoppen. Die Sprecherin der Küstenwache sagte, im günstigsten Fall werde es gelingen, die Lecks in 1525 Metern Tiefe binnen weniger Tage zu verschließen; schlimmstenfalls werde es jedoch mehrere Monate dauern.

700.000 Barrel Diesel verschwunden

Ein weiteres Umweltrisiko stellten rund 700.000 Barrel Dieselkraftstoff dar, die zum Zeitpunkt der Explosion am Dienstag auf der Bohrinsel dort gelagert waren. "Der Verbleib des Dieselkraftstoffs ist unbekannt", sagte der BP-Sprecher. Die US-Küstenwache entdeckten beim Überflug über das Seegebiet gut 60 Kilometer vor der Küste von Louisiana einen rund 30 mal 30 Kilometer großen Ölteppich. BP bestätigte diese Angaben. In gemeinsamen Anstrengungen bemühten sich die Behörden und der britische Konzern um eine Eindämmung der Ölpest. Dazu wurde zunächst über die geeignete Vorgehensweise beraten. Mit einer großen Räumungs- und Säuberungsaktion soll verhindert werden, dass das Öl an der Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi größere Umweltschäden anrichtet.

Suche nach Überlebenden eingestellt

Nach drei Tagen der Suche mit Flugzeugen, Hubschraubern und Schiffen hätten die nach der Explosion Vermissten keine realistische Überlebenschance, sagte eine Sprecherin der Küstenwache am Freitag. Die Namen der elf Arbeiter aus den Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Texas wurden aus Rücksicht auf die Familien zunächst nicht veröffentlicht. 115 Arbeiter hatten von der Bohrinsel gerettet werden können, 17 von ihnen mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden.

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