Umweltkatastrophe

Ölpest im Golf von Mexico: Vorsichtige Entwarnung (Upd.)

Weder aus der Ölquelle noch aus der gesunkenen Bohrinsel strömte am Freitag Öl ins Meer, wie die US-Küstenwache versicherte. Die Plattform war am Donnerstag, zwei Tage nach einer schweren Explosion, gesunken, seither versucht die Küstenwache, einen zwölf Quadratkilometer großen Ölteppich einzudämmen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

New Orleans (AFP/red) - Elf Arbeiter wurden nach dem Unglück weiter vermisst. Die Küstenwache setzte ein Mini-U-Boot mit Kameras ein, um zu ermitteln, ob und wieviel Öl aus der gesunkenen Insel oder der Quelle am Meeresboden strömt. "Derzeit strömt kein Rohöl aus der Quelle oder aus der aufsteigenden Leitung", sagte Konteradmiral Mary Landry im Fernsehsender CNN. Dennoch bereite sich die Küstenwache "auf das Schlimmste" vor. "Sollte es zu irgendeinem Ölleck kommen, werden wir bereit sein zu reagieren", sagte die Offizierin.

Große Mengen Öl gelagert

Auf der riesigen Plattform "Deepwater Horizon" hatte sich am Dienstag eine gewaltige Explosion ereignet. Am Donnerstag sank die Bohrinsel. Dort waren vor der Explosion mehr als eine Million Liter Öl am Tag gepumpt worden, außerdem lagerten auf der Plattform rund 2,5 Millionen Liter Diesel.Rund 70 Kilometer vor der Küste erstreckte sich am Freitag laut Küstenwache ein Ölteppich auf einer Fläche von 1,6 Kilometern Breite und acht Kilometern Länge. Es sei eine massive Räumungs- und Säuberungsaktion in Gang gesetzt worden, damit das Öl nicht an die Küste der Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi gelange. Dort befindet sich ein bedrohtes Ökosystem mit Wasservögeln, Garnelen und Austernbänken.

Obama sichert schnelle Hilfe zu

Obama sicherte eine schnelle und umfassende Reaktion der Bundesbehörden auf das Unglück zu. Er werde sicherstellen, "dass die gesamte Regierung alle nötige Hilfe sowohl bei den Rettungsbemühungen als auch bei der Verhinderung eines Umweltschadens zur Verfügung stellt", hieß es in einer Erklärung in Washington.

Elf Arbeiter vermisst

Große Sorge herrschte auch um die elf vermissten Arbeiter, von denen weiterhin jede Spur fehlte. "Wir werden sie solange suchen, wie es eine vernünftige Wahrscheinlichkeit gibt, sie lebend zu finden", sagte Küstenwachensprecherin Ashley Butler der Nachrichtenagentur AFP. Die Wetterbedingungen für die Suche seien gut. Es war völlig ungewiss, ob die Arbeiter sich auf eines der Rettungsboote der Bohrinsel begeben konnten. "Transoceans-Vizechef Adrian Rose äußerte die Befürchtung, die Männer hätten "es nicht geschafft, die Plattform zu verlassen".

Vier Arbeiter schweben in Lebensgefahr

Nach der Explosion waren am Mittwoch 17 Arbeiter mit Hubschraubern ins Krankenhaus geflogen worden. Sie hatten Knochenbrüche, Verbrennungen und Rauchvergiftungen erlitten. Vier von ihnen schwebten am Donnerstag (Ortszeit) weiter in Lebensgefahr.

Ölbohrungen sind nicht ungefährlich

In Washington erklärten zwei Senatoren der Demokraten, der Unfall zeige erneut die Gefahren von Ölbohrungen vor der Küste. "Die Ölindustrie wiederholt den gefährlichen Mythos, dass Ölbohrungen vor der Küste ein vollkommen sicheres Unterfangen seien, doch Unfälle wie dieser sind eine nüchterne Erinnerung daran, wie weit dies von der Wahrheit entfernt ist", erklärten Robert Menendez und Frank Lautenberg.

Quelle: AFP

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