Ökostrom ist (k)ein Phantom

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Verband der Regenerativen Energiewirtschaft (VREW) und die Plambeck Neue Energien AG liegen im Clinch. Der Grund: In einer Presseerklärung vom 29. Oktober überraschte Plambeck mit dem Statement: "Ökostrom ist für Verbraucher nicht zu haben". Das ist insofern überraschend, als dass das Unternehmen behauptet, zu 100% Strom aus regenerativen Energien zu erzeugen. Auf Anfrage des strom magazins, warum denn die Kunden so desillusioniert würden, antwortete Thomas Heil, Mitarbeiter im Plambeck-Marketing: "Das der hauseigenen Toaster mit Ökostrom betrieben wird, ist eine Fiktion. Der Strom aus der Steckdose kommt aus einem Strommix. Wir können diesen Strommix nur aktiv verbessern, in dem wir sauberen Strom einspeisen. Worum es uns geht ist, den Leuten klar zu machen, dass man für diesen Strom nicht mehr bezahlen muss."


Der VREW sieht das anders. In einer Presseerklärung dazu heißt es: "Der VREW bedauert zutiefst, dass die Plambeck Neue Energien AG, ein Unternehmen, das der ökologischen Energiebranche zugeordnet wird, Atomstrom vertreibt. Plambeck verpflichtete sich zunächst mit einer Unterlassungserklärung, den irreführenden und wettbewerbswidrigen Slogan 'Wir erzeugen sauber und liefern günstig' umzugestalten. In einer Presseerklärung zu diesem Vorfall teilte das Unternehmen dann mit, dass Ökostrom für den Verbraucher ohnehin nicht zu haben und ein Phantom sei, was als Rechtfertigung für den angebotenen Strommix zu verstehen ist."


Weiter heißt es: "Plambeck gefährdet mit dieser Geschäftspolitik nicht nur die Glaubwürdigkeit einer ganzen Branche, sondern ignoriert zudem, dass die Versorgung mit Strom aus regenerativen Quellen sehr wohl möglich ist. Entscheidendes Kriterium hierbei ist der Nachweis, dass der Strom zeitgleich zum Verbrauch eingespeist wird. Der Kunde kann auf dieser Basis sehr wohl entscheiden, ob er Strom aus regenerativen Quellen oder Atomstrom bezieht." Und abschließend stellt der VREW klar: "Die Unternehmen, die sich im VREW zusammengeschlossen haben, distanzieren sich ganz entschieden von diesem Verhalten. Das Beispiel Plambeck verdeutlicht die zentrale Bedeutung eines - möglichst europaweit einheitlichen - Gütezeichens für Strom aus erneuerbaren Energiequellen für den Verbraucherschutz."

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