Ökostrom Handels AG geht an die Börse

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Die Ökostrom Handels AG, Hamburg, will noch im ersten Halbjahr 2000 an die Börse gehen, genauer an den Neuen Markt in Frankfurt. "Wir wollen mit dem Börsengang eine Spitzenposition in den Bereichen Windenergie, Wasserstofftechnik und Stromhandel aufbauen", kommentiert Dipl.-Ing. Jens A. Peters, Vorstandsvorsitzender des regenerativen Energie- und Technologieunternehmens den Schritt an den Kapitalmarkt. "Die Wachstumsziffern in diesen Märkten sind national wie international enorm. Durch das kürzlich vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Förderung Erneuerbarer Energien besteht nun zudem Investitionssicherheit für Projekte aus diesen Geschäftsfeldern", so der Vorstandschef weiter.



Im Vorfeld des Börsenganges hat die Gesellschaft vor kurzem eine Kapitalerhöhung auf 8 Millionen Euro durchgeführt. Das Grundkapital ist in 8 Millionen Aktien zu je 1 Euro eingeteilt. Im Rahmen des IPO will das Hamburger Unternehmen 2,5 Millionen Aktien neu ausgeben. Die Gespräche mit den Banken des börsenbegleitenden Konsortiums sind derzeit in vollem Gange. Der Emissionserlös soll vor allem für den Ausbau der Tätigkeiten in den Geschäftsfeldern Windenergie und Wasserstoff Verwendung finden. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet die Ökostrom Handels AG mit einem Umsatz von knapp 50 Millionen DM. Das erwartete Ergebnis wird trotz der Aufwendungen für den Börsengang deutlich im positiven Bereich liegen.



Die Ökostrom Handels AG ist derzeit schwerpunktmäßig in den Geschäftsfeldern Windenergie und Stromhandel tätig. Daneben investiert das Unternehmen in die Forschung und die Produktion von regenerativem Wasserstoff. "Wir bauen damit ein neues Geschäftsfeld auf, das zukunftsorientiert ist und mittelfristig hohe Wachstumsziffern verspricht", erklärt der Vorstandschef. Außerdem verfolgt die Gesellschaft Aktivitäten im Bereich des ökologischen Siedlungsbaus, einem konstant wachsendem Markt.



Die Gesellschaft plant und projektiert Windparks, die schlüsselfertig an Betreiber - z.B. Fondsgesellschaften - veräußert werden. Die Vorläufergesellschaft der Ökostrom Handels AG, die Arbeitsgemeinschaft Peters & Trüschel GbR, ist bereits seit 1992 im Windgeschäft tätig. "Für die kommenden Jahre liegen uns Pachtverträge für die Errichtung von Windenergieanlagen in Deutschland von über 200 Megawatt vor", zeigt Jens A. Peters die Perspektiven auf. Die Ökostrom Handels AG engagiert sich außerdem in ausländischen Zukunftsmärkten. So hat sie kürzlich Vorverträge für den Bau von Windparks in Süd-Korea und den Philippinen abgeschlossen. Seit Februar 1999 ist die Ökostrom Handels AG im Stromhandel tätig. Derzeit werden mehrere hundert Haushaltskunden durch das Hamburger Energiehaus versorgt. Durch die Kooperation mit Vertriebspartnern erwartet das Unternehmen, in diesem Jahr mehrere tausend Privatkunden neu unter Vertrag zu nehmen. Ein Vertriebsvertrag mit einem der größten Versandhandelshäuser in Deutschland ist bereits abgeschlossen worden. "Mit einem wettbewerbsfähigen Preis ist der Ökostrom auch für das Gewerbe interessant", verweist der Vorstandsvorsitzende Jens A. Peters auf eine neue Kundengruppe. "Wir werden die Versorgung erster Gewerbekunden im laufenden Jahr aufnehmen."


Wasserstoff ist als neuer Energieträger der Kraftstoff der Zukunft. Die Ökostrom Handels AG betreibt seit einem Jahr ein Forschungsprojekt zur regenerativen Gewinnung von Wasserstoff und Methanol. Im Frühjahr 2000 wird das Technologieunternehmen gemeinsam mit der Universität Kiel und einem großen norddeutschen Gasversorger einen entsprechenden Prototyp bauen. Die Energie, die für die Herstellung des Kraftstoffes benötigt wird, liefern Windkraftanlagen, die die Ökostrom Handels AG selber plant und baut. "Die Erzeugung von Wasserstoff mit Windenergieanlagen ist eine ökonomisch vernünftige, ökologisch saubere, und technisch sichere Methode", beschreibt Dipl.-Ing. Jens A. Peters, das Konzept. Die Energie von Windparks, an denen eine Wasserstoff-Produktion erfolgt, ist mehr als ausreichend, um den Kraftstoff im industriellen Maßstab zu produzieren.

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