Prognose

Ökostrom-Fördertopf weist Millionen-Minus auf

Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit einem weiteren Anstieg der Ökostrom-Umlage rechnen, denn der Fördertopf für erneuerbare Energien weist ein Minus in dreistelliger Millionenhöhe auf. Endgültig wird die Höhe der Umlage aber erst dann feststehen, wenn klar ist, wie viel Ökostrom noch eingespeist wird.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Wenige Wochen vor der Entscheidung über die Höhe der sogenannten EEG-Umlage für 2012 weist der aus den Zahlungen der Stromkunden und den Einnahmen aus dem Verkauf von Ökostrom gespeiste Fördertopf ein Minus in Höhe von fast 454 Millionen Euro auf. Das geht aus den von den Übertragungsnetzbetreibern - 50 Hertz, Amprion, EnBW Transportnetz und Tennet - im Internet veröffentlichten Zahlen hervor. Im Juni hatte der Fördertopf noch ein Plus von 380 Millionen Euro ausgewiesen.

Immer mehr Ökostrom wird installiert

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) berichtete unter Berufung auf Netzbetreiberkreise, denkbar sei eine Erhöhung der Netzumlage um vielleicht zehn Prozent. Dies würde einen Anstieg von 3,5 auf 3,85 Cent je Kilowattstunde bedeuten. Die Erhöhung sei allein schon deshalb notwendig, weil immer mehr Windräder und Photovoltaikanlagen installiert würden.

Derzeit zahlen die Verbraucher nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz mit ihrer Stromrechnung eine Umlage von 3,5 Cent je Kilowattstunde. Bis Ende August beliefen sich die Einnahmen daraus nach Angaben der Netzbetreiber auf 8,6 Milliarden Euro. Hinzu kamen weitere knapp drei Milliarden Euro aus dem Verkauf des subventioniert aufgekauften Ökostroms.

Wird es viel "Ökostrom Wetter" geben oder nicht?

Dass der Fördertopf inzwischen wieder ein Minus in dreistelliger Millionenhöhe aufweist, liegt allerdings auch daran, dass er mit einem aus dem Vorjahr übernommenen Minus in Höhe von 1,3 Milliarden Euro gestartet war. Die weitere Entwicklung des aktuellen Defizits ist allerdings auch davon abhängig, von wie viel Wind und wie viel Sonnenschein das Wetter in den nächsten Wochen geprägt ist.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Hochspannungsleitung

    Eingriffe in das Stromnetz verteuern Strompreis

    Eingriffe in das Stromnetz durch die Netzbetreiber werden immer häufiger notwendig. Das kommt auch dem Verbraucher teuer zu stehen, denn die sogenannten "Redispatchmaßnahmen" werden letztendlich über den Strompreis finanziert.

  • EnBW

    EnBW: Strompreise bleiben konstant

    Die Strompreise könnten wegen der teureren EEG-Umlage im kommenden Jahr bei einigen Stromanbietern angehoben werden. Abhängig ist das von dem jeweiligen Versorger. Stromanbieter EnBW hat angekündigt, die Preise konstant halten zu wollen.

  • Strompreise

    EnBW verteuert Wärmestrom deutlich

    Fast 30 Prozent höhere Kosten kommen auf EnBW-Kunden, die Wärmestrom beziehen, im kommenden Jahr zu. Die Ankündigung des Konzerns stieß auf massive Kritik, nicht zuletzt deshalb, weil die Kunden - anders als bei Haushaltsstrom - nicht einfach den Anbieter wechseln können.

  • Energieversorung

    Wie sich der Strompreis zusammensetzt

    Die großen deutschen Energiekonzerne haben nach Ansicht des Bundeskartellamtes "Anreiz und Möglichkeiten", den Strompreis durch ihre Marktmacht im Strom-Großhandel missbräuchlich zu beeinflussen. Einkaufspreise machen etwa ein Drittel des Strompreises aus. Aus welchen Bestandteilen sich der Strompreis zusammensetzt:

  • Hochspannungsmasten

    Netzagentur kritisiert überzogene Preiserhöhungen

    Die deutlichen Preiserhöhungen einiger Stromversorger zum Jahreswechsel stoßen bei der Bundesnetzagentur auf Kritik. Behördenchef Matthias Kurth rief die Verbraucher dazu auf, ihre Tarife zu überprüfen und gegebenenfalls den Stromanbieter zu wechseln. Einige Preisforderungen seien deutlich überzogen, so Kurth.

Top