Rekord

Ökostrom-Anteil übersteigt erstmals 25 Prozent

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung ist im ersten Halbjahr 2012 erstmals über die 25-Prozent-Marke geklettert. Mit insgesamt 67,9 Milliarden Kilowattstunden deckten Wind, Biomasse und Co. in den ersten sechs Monaten gut ein Viertel des deutschen Strombedarfs.

Ökostrom© Benjamin Haas / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Das teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) unter Berufung auf erste Schätzungen am Donnerstag in Berlin mit. Im ersten Halbjahr 2011 hatte der Anteil von Ökostrom mit 56,4 Milliarden Kilowattstunden noch rund 21 Prozent betragen.

Die Windenergie bleibt demnach mit einem Anteil von 9,2 Prozent die wichtigste erneuerbare Energie, gefolgt von der Biomasse mit 5,7 Prozent und der Photovoltaik, die ihren Beitrag zur Stromerzeugung überdurchschnittlich um 47 Prozent auf nunmehr 5,3 Prozent steigern konnte. Der Beitrag der Wasserkraft zur Stromerzeugung lag bei 4,0 Prozent, der Anteil regenerativen Stroms aus Müllkraftwerken sowie sonstigen erneuerbaren Energien betrug 0,9 Prozent.

Erdgasverbrauch gestiegen, Stromverbrauch leicht gesunken

Insgesamt wurde den Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2012 etwas mehr Erdgas und weniger Strom als im Vorjahresvergleich verbraucht. Der Erdgasverbrauch lag demnach mit 495,3 Milliarden Kilowattstunden um 0,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Als Gründe nannte der BDEW, dass einerseits für die Strom- und Wärmeerzeugung in den Kraftwerken der allgemeinen Versorgung weniger Erdgas verbraucht wurde, andererseits in den vergleichsweise kalten Monaten Februar und April ein deutliches Plus beim Erdgasverbrauch für Raumheizungen auftrat. Auch der Schalttag am 29. Februar trug zum Zuwachs beim Erdgasverbrauch bei.

Der Stromverbrauch lag dagegen mit 261,5 Milliarden Kilowattstunden um 1,4 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Maßgeblich dafür verantwortlich war nach Angaben des BDEW vor allem die niedrigere Produktion in den stromintensiven Industrien Eisen- und Stahlerzeugung, chemische Grundstoffe und Papierherstellung.

Quelle: AFP

Das könnte Sie auch interessieren
  • München

    Oktoberfest: Riesiger Strombedarf wird mit Ökoenergie gedeckt

    Auf dem Münchener Oktoberfest verbrauchen Fahrgeschäfte und Buden die Strommenge einer Kleinstadt. Immerhin: Seit 2012 wird für die Energieversorgung ausschließlich Ökostrom und -gas bereitgestellt.

  • Industrie

    Industrie wird weiterhin bei Ökostrom-Umlage verschont

    Die deutsche Industrie wird auch in der Zukunft von der Ökostrom-Abgabe weitestgehend befreit bleiben. Nach langen Diskussionen konnten sich die EU-Kommission und die Bundesregierung aufeinander abstimmen.

  • Strompreise

    Öko-Quellen beheizen ein Drittel aller neuen Häuser

    In Deutschland werden mehr als ein Drittel aller neu gebauten Wohnungen und Häuser mit erneuerbaren Energien beheizt. Von den 2011 fertiggestellten Wohngebäuden seien 34,4 Prozent mit einer entsprechenden Heizanlage ausgestattet worden, teilte das Statistische Bundesamt kürzlich in Wiesbaden mit.

  • Stromnetz

    Atlas soll Potenziale für Ökostrom-Ausbau darlegen

    Kommunen im Südwesten bekommen mehr Unterstützung des Umweltministeriums beim Bau von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Das Ministerium gab bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) die Erstellung eines sogenannten Potenzialatlanten erneuerbare Energien in Auftrag.

  • Stromnetz

    Der Atomausstieg erhöht den Strompreis nur mäßig

    Der Großhandelspreis für Strom wird durch den Atomausstieg nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur mäßig steigen. Das DIW hat für Greenpeace die Folgen der Energiewende für die Strombörse berechnet und dabei vier verschiedene Szenarien erstellt.

Top