Informationspflicht schafft Transparenz

Öko-Institut e.V. begrüßt Novelle des Energierechts

Das neue Energiewirtschaftsrecht führt neben einer Regulierungsbehörde auch eine neue Informationspflicht. Es verpflichtet die Versorger, ihren Kunden mit der Stromrechnung Auskunft über die Art der Stromerzeugung und die damit verbundenen Umweltbelastungen zu geben.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Die in der vergangenen Woche vom Bundeskabinett verabschiedete Novelle des Energierechts führt neben einer Regulierungsbehörde für die Strom- und Gasmärkte auch eine neue Informationspflicht für die Stromversorger ein. Es verpflichtet die Versorger, ihren Kunden mit der Stromrechnung und in Werbematerialen Auskunft über die Art der Stromerzeugung und die damit verbundenen Umweltbelastungen zu geben.

Alle Verbraucher erfahren so, welche Anteile Atomkraft, Kohle oder erneuerbaren Energien am Strommix des Versorgers haben. "Wir begrüßen besonders, dass auch die Kohlendioxid-Emissionen und die Produktion von Atommüll auf dem neuen Stromlabel ausgewiesen werden müssen. Damit geht die Bundesregierung einen wichtigen Schritt über die Mindestanforderungen der europäischen Richtlinie hinaus", freut sich Christof Timpe, Energieexperte am Öko-Institut e.V. Zudem müssten die Stromversorger nun auch bundesweite Durchschnittswerte für den Energiemix und die Umweltdaten angeben. "Dadurch werden die Informationen für die Verbraucher viel verständlicher, denn so kann das Angebot jedes Anbieters direkt mit dem deutschen Durchschnitt verglichen werden", sagt Timpe.

Nach Auffassung des Öko-Instituts sind nun die Stromversorger gefordert, ein einheitliches Stromlabel zu entwickeln, das den Verbrauchern die geforderten Informationen übersichtlich und leicht verständlich darstellt. Zudem müssten die nötigen Daten durch ein zuverlässiges Verfahren ermittelt werden, das die Abläufe im Stromhandel möglichst gut abbildet und so wenig wie möglich auf statistische Durchschnittswerte zurückgreift. "Die von der Stromwirtschaft bisher vorgeschlagenen Methoden der Datenerhebung sind nicht zuverlässig genug. Insbesondere vermissen wir eine unabhängige Überprüfung der Informationen, die an die Verbraucher übermitteltet werden", erläutert Timpe, "Falls die Stromwirtschaft hier nicht zu befriedigenden Lösungen kommt, sieht das neue Gesetz den Erlass einer Verordnung vor, die die nötigen Details regelt."

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