Zielsicher

ödp weitet Bürgerbegehren gegen Temelin-Strom im RWE-Gebiet aus und stellt Aktion im E.ON-Versorgungsgebiet ein

Während die ödp ihre Bürgerbegehren gegen Temelin-Strom im E.ON-Versorgungsgebiet stoppt, fängt die Partei im RWE-Gebiet erst richtig an. RWE kann den Bezug von Strom aus dem umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk Temelin nicht ausschließen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp) wird ihre Bürgerbegehren gegen Temelin-Strom im Versorgungsbereich der RWE-Tochter Lechwerke fortsetzen, im E.ON-Gebiet sollen die in zehn Städten laufenden Begehren dagegen für "erfolgreich erledigt" erklärt werden. Das haben die an dem Projekt beteiligten ödp-Kreisvorsitzenden vereinbart.

"Die Aktion war ein voller Erfolg und wird jetzt auf das RWE-Gebiet ausgedehnt. Wir haben den Riesenkonzern E.ON zum Einlenken gezwungen. Und jetzt nehmen wir uns mit RWE den nächsten Schmutzstromimporteur vor. Wenn wir auch das noch schaffen, haben wir gute Chancen, den Dauerbetrieb von Temelin doch noch zu verhindern", erklärte ödp-Landesgeschäftsführer Urban Mangold selbstsicher. Mit den Bürgerbegehren sollten die Stadtwerke verpflichtet werden, keinen Strom mehr vom E.ON-Konzern zu kaufen, solange E.ON mit dem Temelin-Betreiber CEZ einen Stromlieferungsvertrag hat. Die ödp will CEZ mit dieser Aktion so lange unter Druck setzen, bis dem Risikoatomkraftwerk mangels Nachfrage die wirtschaftliche Grundlage entzogen ist. E.ON hat inzwischen den Stromliefervertrag mit CEZ gekündigt. Außerdem hat der Konzern öffentlich erklärt, dass er am Kauf von CEZ nur ohne Temelin interessiert sei. Mangold: "Wir haben erreicht, was wir wollten. Für Bürgerentscheide, die schließlich auch Kosten verursachen, gibt es deshalb im E.ON-Gebiet derzeit keinen Grund mehr. Sollte sich jedoch herausstellen, dass E.ON trickst und über einen Zwischenhändler doch noch Temelin-Strom kauft, werden wir die Unterschriftensammlung erneut starten.

Der ödp liegt unterdessen ein Schreiben aus der RWE-Zentrale vor, in dem der Konzern erklärt, er könne den Bezug von Temelin-Strom nicht ausschließen. Die RWE-Tochter Lechwerke versorgt u.a. weite Teile Schwabens. Dort bereitet die ödp bereits neue Bürgerbegehren vor. In Augsburg läuft die Unterschriftensammlung inzwischen seit zwei Wochen. Die ödp glaubt, dass es für den Temelin-Betreiber CEZ "verdammt eng wird, wenn nun nach E.ON auch noch RWE als Stromabnehmer ausfällt. Und wir sind uns ziemlich sicher, dass RWE nicht viel länger durchhält als E.ON", so Mangold.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Kernkraftwerk

    Mehrere AKW könnten vorzeitig vom Netz gehen (Upd.)

    Deutschlands Energiekonzerne und Stadtwerke prüfen laut einem Bericht die Abschaltung womöglich Dutzender konventioneller Kraftwerke im Zuge der Energiewende. Die Netzagentur warnte im Zuge dessen erneut vor Folgen für die Versorgungssicherheit und kündigte an, im Süden keine weiteren Abschaltungen zu dulden.

  • Hochspannungsmasten

    RWE: Grundsteinlegung für Steinkohlekraftwerk in Hamm (Upd.)

    Kanzlerin Merkel und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (beide CDU) haben heute den Grundstein für ein neues Steinkohlekraftwerk in Hamm legen. Merkel betonte dabei die erneut die Notwendigkeit neuer Kohlekraftwerke für Deutschland. Bei den Grünen dagegen stößt der Kraftwerksbau auf scharfe Kritik.

  • Strom sparen

    VIK-Industrie-Strompreisvergleich: Strompreise auf konstantem Niveau

    Wie der VIK herausgefunden hat, zahlen Industriekunden in Deutschland derzeit durchschnittlich 12,43 Pfennig für eine Kilowattstunde Strom. Die Werte haben sich in den vergangenen Monaten kaum geändert.

  • Strompreise

    Neue Panne in Temelin / E.ON will Stromvertrag kündigen

    Gestern ist im tschechischen Atomkraftwerk radioaktives Wasser ausgelaufen - eine von vielen Pannen seit der Aufnahme des Probebetriebs im Oktober 2000. Jetzt macht auch E.ON einen Rückzieher.

  • Strompreise

    Bayrische SPD will Temelin-Strom parlamentarisch stoppen

    Nach Auffassung des SPD-Fraktionschef im bayrischen Landtag, Franz Maget, ist nach Österreich jetzt auch Bayern als Hauptabnehmerland des Stroms aus dem umstrittenen tschechischen Atomkraftwerk gefordert. Er will E.ON die Stromlieferverträge kündigen, wenn der Energieversorger den Temelin-Strom abnimmt.

Top