Stromerzeugung

OECD: Atomstromproduktion wird deutlich zunehmen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet bis zum Jahr 2050 weltweit mit einem deutlichen Anstieg der Atomstromproduktion. Aus Kernkraftwerken werde dann rund um den Globus schätzungsweise 1,5 bis 3,8 mal soviel Strom kommen wie heute.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Paris (AFP/sm) - So heißt es im ersten Ausblick zur Entwicklung der Atomenergie, den die OECD zum 50. Gründungstag ihrer Kernenergie-Agentur NEA am Donnerstag in Paris vorstellte. Weil der Energiebedarf weltweit zunehme, drohten nicht nur Schäden für die Umwelt, sondern auch gesellschaftspolitische Probleme. Die Kernenergie habe aber das Potenzial, bei deren Begrenzung "eine wichtige Rolle" zu spielen.

Insgesamt werde der Stromverbrauch weltweit um schätzungsweise etwa das Zweieinhalbfache des derzeitigen Bedarfs ansteigen, hieß es in dem Bericht weiter. In einem Hoch-Szenario werde der Anteil der Kernenergie daran bis 2050 von derzeit 16 Prozent auf bis zu 22 Prozent wachsen. Die Stromerzeugung verursache heute gut ein Viertel der Treibgase, die zum Klimawandel führen. Bei der Erzeugung von Atomenergie werde dagegen so gut wie kein Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen, hieß es weiter.

Auch die Gesundheitsfolgen der Emissionen bei Kernkraftwerken sei "verschwindend gering" gegenüber denen, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstünden. Ein Vergleich der Unfall-Häufigkeit und Unfall-Folgen zeige, "dass das Unfallrisiko bei der Kernenergie, entgegen der allgemeinen Vorstellung, wesentlich geringer ist als für fossile Energieträger".

Sicherheit und Umweltschutz müssen wichtigste Anliegen sein

Die Nuklearindustrie und die Regierungen, die Atomenergie einsetzen, müssten Lösungen finden für die tatsächlichen, aber auch für die empfundenen Probleme "in Bezug auf Sicherheit, Entsorgung und Stilllegung, Nichtverbreitung von Kernwaffen, Anlagensicherung sowie Kostenstruktur", hieß es in dem Bericht. Sicherheit und Umweltschutz müssten für die Atomindustrie auch weiterhin die wichtigsten Anliegen sein, und auch eine wirkungsvolle staatliche Aufsicht sei weiterhin "äußerst wichtig".

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erde

    Studie: Mehr Geld für konventionelle Energien als für Ökostrom

    Einer Kurzanalyse zufolge werden konventionelle Energien im kommenden Jahr deutlich stärker gefördert als erneuerbare Energieträger. Demnach läge eine Umlage für Atom- und Kohlestrom deutlich über der EEG-Umlage.

  • München

    Oktoberfest: Riesiger Strombedarf wird mit Ökoenergie gedeckt

    Auf dem Münchener Oktoberfest verbrauchen Fahrgeschäfte und Buden die Strommenge einer Kleinstadt. Immerhin: Seit 2012 wird für die Energieversorgung ausschließlich Ökostrom und -gas bereitgestellt.

  • Hochspannungsmasten

    Vattenfall will bis 2050 CO2-neutral werden

    Bei der Vorstellung seiner Klimainitiative hat Vattenfall sein neues Klimaschutzziel präsentiert: Bis zum Jahr 2050 will der Energieversorger seinen Strom CO2-neutral erzeugen. Ein Drittel der dafür erforderlichen Reduktion sei bereits erreicht, so das Unternehmen.

  • Stromtarife

    China überholt USA als größter Emittent von klimaschädlichem CO2

    China hat die USA einer Studie zufolge als weltweit größter Verursacher von klimaschädlichem Kohlendioxid-Ausstoß überholt. Der weltweite CO2-Ausstoß ist erneut gestiegen. Indien könnte schon bald Russland auf dem dritten Verschmutzer-Platz ablösen, wird prognostiziert.

  • Energieversorung

    VGB errechnet Neubaubedarf von 400.000 Megawatt

    Aus Sicht des Fachverbands der Strom- und Wärmeerzeugung (VGB) erfordern die Klimaschuzzziele ein "erhebliches Kraftwerksneubauprogramm". Der Verband hat ausgerechnet, dass bis zum Jahr 2020 in der EU-27 rund 400.000 Megawatt zusätzlich benötigt werden.

Top