EnBW dementiert

Obrigheim angeblich ungeeignet für Gaskraftwerk

Spätestens im November 2005 soll das EnBW-Kernkraftwerk Obrigheim vom Netz gehen. Bei den Überlegen, was danach mit dem Standort geschehen soll, hat wohl auch die Errichtung eines Gaskraftwerks eine Rolle gespielt. Während die baden-württembergischen Grünen diese Pläne als gescheitert bezeichneten, dementierte EnBW-Vorstandschef Utz Claasen eventuell gefallene Vorentscheidungen.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart/Karlsruhe (ddp-bwb/sm) - Die Idee für ein Gaskraftwerk in Obrigheim an Stelle des bisherigen Atomkraftwerks ist offenbar vom Tisch. Wie die Landtags-Grünen am Donnerstag in Stuttgart mitteilten, hält Wirtschaftsminister Walter Döring (FDP) den Standort für ungeeignet. Dies gehe aus einer Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums auf einen Antrag der Grünen hervor. Das Atomkraftwerk Obrigheim soll 2005 den Betrieb einstellen.

In der Stellungnahme heißt es den Grünen zufolge unter anderem, dass es für ein Gaskraftwerk in Obrigheim keine Investoren gebe. Dabei werde auf ein Gespräch zwischen der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) verwiesen, in dem die EnBW den Standort als nicht prädestiniert für ein Gaskraftwerk bezeichnet haben soll. Das Ministerium habe in der Stellungnahme zudem mangelnde Transportkapazitäten für Gas als Grund für die ablehnende Haltung angeführt.

Der Grünen-Energieexperte Walter Witzel appellierte an die EnBW, Obrigheim ernsthaft als Standort für ein Gas- und Dampfkraftwerk zu prüfen. Die von den Unternehmen Ruhrgas und Wingas geplante Gasfernleitung in Süddeutschland werde früher oder später eine "problemlose Primärenergieversorgung" sicherstellen. Der Landesregierung warf Witzel mangelndes Engagement für die Zukunft des Standorts Obrigheim vor.

Der Energiekonzern EnBW erklärte indes in einer Stellungnahme, dass die Pläne für Obrigheim nicht gescheitert seien. "Die Zukunft von Obrigheim ist uns zu wichtig, um hier mit überhasteten Sofortprogrammen zu operieren. Ich habe Herrn Ministerpräsident Teufel sowie den Herren Minister Dr. Döring und Minister Müller ausführlich die Lage in und um Obrigheim und den Stand unserer derzeitigen Überlegungen vorgetragen. Dabei ist keine Handlungsalternative ausgeschlossen worden", kommentierte EnBW-Vorstandschef Utz Claasen. Zwar sei der Standort Obrigheim für ein Gaskraftwerk bislang nicht prädestiniert, aber auch dazu prüfe die EnBW langfristige und nicht nur kurzfristige Optionen.

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