Umdenken

Obama erklärt saubere Energien zur "nationalen Mission"

Als Konsequenz aus der Ölpest im Golf von Mexiko hat US-Präsident Barack Obama ein Umdenken in der Energiepolitik gefordert und die Nutzung sauberer Energien zur "nationalen Mission" erklärt. Obama rechnete unter anderem vor, dass die USA 20 Prozent des weltweit geförderten Öls verbrauchen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Washington (afp/red) - Die Zeit des billigen Öls neige sich dem Ende zu, sagte Obama in einer Rede an die Nation. Zur Lösung der Katastrophe forderte er von dem Konzern BP die Einrichtung eines Sonderfonds und ernannte einen Öko-Beauftragten.

"Wir können unseren Kindern nicht solch eine Zukunft hinterlassen", sagte Obama am Dienstag (Ortszeit) in seiner ersten Live-TV-Ansprache aus dem Oval Office im Weißen Haus. Die USA könnten es sich nicht leisten, so weiterzumachen wie bisher, weil die langfristigen Kosten fossiler Brennstoffe für die Volkswirtschaft, für die nationale Sicherheit und für das Klima zu hoch seien. Die lange Untätigkeit habe dazu geführt, dass Länder wie China inzwischen mehr in erneuerbare Energien investierten als die USA. Die US-Bürger müssten mit Innovationen "die Kontrolle über ihre Zukunft" wiedererlangen.

Die USA verbrauchten 20 Prozent des weltweit geförderten Öls, verfügten aber über weniger als zwei Prozent der verbliebenen Reserven, rechnete Obama vor. Weil die leicht zugänglichen Vorkommen fast erschöpft seien, müsse inzwischen in 1500 Metern Meerestiefe gebohrt werden. Die Ölpest sei "die bisher schmerzlichste und nachdrücklichste Ermahnung, dass die Zeit zur Nutzung sauberer Energien gekommen ist".

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