Geschäftszahlen

o2 und E-Plus: Letzte Bilanz vor der Fusion

Für den o2-Mobilfunknetzbetreiber Telefónica Deutschland wird es vor der Fusion mit E-Plus immer enger. Nach einem kleinen Gewinn im Vorjahr steht in diesem Quartal ein Minus vor dem Ergebnis. Bei E-Plus dagegen sieht es ganz gut aus.

Zusammenschluss O2 e-plus© Telefónica Germany GmbH & Co. OHG / Montage: i12 GmbH

München (dpa-AFX/red) - Im zweiten Quartal fuhr der Ableger des spanischen Telefónica-Konzerns mit 24 Millionen Euro wie in den ersten drei Monaten einen Verlust ein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr hatte ein Minigewinn von drei Millionen Euro unterm Strich gestanden. Der Umsatz bröckelte wegen des Preiskampfs um 4,4 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel um 14,3 Prozent auf 252 Millionen Euro. Das lag an höheren Ausgaben für Marketing und an Tarifsenkungen, um neue Kunden anzulocken.

Viele Neukunden im Mobilfunk

Zumindest das gelang teilweise: Die Münchener konnten überraschend viele der lukrativen Vertragskunden im Mobilfunk gewinnen. Mit 152.000 Neuverträgen zählte das Unternehmen doppelt so viele wie im ersten Jahresviertel. Der Konzern verwies denn auch auf eine deutlich bessere Dynamik des Geschäfts, der Schwund bei den Erlösen wurde gebremst. Analyst Karsten Oblinger von der DZ Bank ordnet die Bilanz auf Höhe der Markterwartungen ein. Wichtigster Aspekt seien die hinzugewonnenen Mobilfunkkunden. Die Aktie legte im frühen Handel fast ein Prozent zu.

Im Festnetz- und DSL-Geschäft verlor o2 (www.o2-online.de) trotz aller Bemühungen aber weiter deutlich an Boden, die Erlöse schrumpften um fast acht Prozent. Das Unternehmen verlor Kundschaft an die Konkurrenz, die Zahl der Anschlüsse sank.

Kauf fürs dritte Quartal vorgesehen

Den Vollzug des Kaufs von E-Plus erwarten die Münchener nach der bedingten Freigabe durch die EU-Kommission weiter noch im laufenden dritten Quartal. Zur Prognose macht das Unternehmen wegen des angestrebten Zusammenschlusses nach wie vor nur verhaltene Angaben. Die operative Marge soll im zweiten Halbjahr wegen höherer Ausgaben etwas niedriger als in den ersten sechs Monaten liegen.

Neue Aussagen zur geplanten Kapitalerhöhung machte Telefónica Deutschland nicht. Mit dieser soll der Baranteil des Kaufpreises an die niederländische E-Plus-Mutter KPN in Höhe von rund 3,7 Milliarden Euro beglichen werden. Inklusive Aktien des neuen Unternehmens soll der Kaufpreis insgesamt gut 8,5 Milliarden Euro betragen.

Letzte Bilanz von E-Plus sieht gut aus

E-Plus dagegen geht in diesem Herbst gestärkt in den Zusammenschluss mit Telefónica. Angetrieben durch ein starkes Datengeschäft und höhere Kundenzahlen erhöhten sich der Umsatz im ersten Halbjahr um knapp 2 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 3,8 Prozent auf 488 Millionen im Vergleich zum Vorjahreswert. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Von April bis Juni kletterten die Kundenzahlen netto um rund 400.000 auf 25,8 Millionen.

Die Düsseldorfer, bislang eine Tochterfirma der niederländischen KPN, legten zum letzten Mal als eigenständiger Mobilfunkbetreiber ihre Geschäftszahlen vor. Anfang Juni hatte die EU-Kommission den Zusammenschluss mit Telefónica Deutschland genehmigt. Im dritten Quartal werden die Unternehmen ihre Geschäftszahlen dann erstmals gemeinsam präsentieren.

Quelle: DPA

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