RWE verzichtet

Nur ein Bewerber für den Bau des ersten türkischen Atomkraftwerks

Die türkische Regierung hat bei den Vorbereitungen für den geplanten Bau des ersten Atomkraftwerkes des Landes am Mittwoch eine Enttäuschung erlebt. Lediglich ein russisches Unternehmen reichte bei der zuständigen Behörde in Ankara sein Angebot für das Kraftwerk ein.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Istanbul (AFP/sm) - Die anderen zwölf Interessenten, die in den vergangenen Monaten die Unterlagen des Bieterwettbewerbes angefordert hatten, verzichteten dagegen auf ein Angebot. Darunter war auch der deutsche Stromkonzern RWE.

Zwar hatten sechs Unternehmen verschlossene Umschläge an die Behörde geschickt, doch in fünf Umschlägen seien keine Angebote, sondern lediglich Dankesschreiben gewesen, berichteten türkische Fernsehsender. Ob das russische Unternehmen Atomstroyexport als einziger Bieter nun mit dem Zuschlag rechnen kann, blieb zunächst offen. Mehrere Unternehmen hatten in den vergangenen Wochen um eine Fristverlängerung gebeten, was von der Regierung jedoch abgelehnt worden war.

Das Atomkraftwerk soll im südtürkischen Akkuyu gebaut werden, Investitionen von schätzungsweise zehn Milliarden Euro erfordern und im Jahr 2015 ans Netz gehen. Insgesamt sind vier Atomkraftwerke geplant, die die Abhängigkeit der Türkei von Erdgaseinfuhren aus Russland vermindern sollen. Umweltschützer protestieren seit Monaten gegen die Atompläne.

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