Falsche Modellrechnungen

NRW-SPD lehnt Vorschlag zur Laufzeitverlängerung ab

Die SPD in Nordrhein-Westfalen lehnt Pläne von Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) für eine längere Laufzeit der Atomkraftwerke vehement ab. Die Wirtschaftsministerin hatte sich in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, die AKW-Laufzeiten zu verlängern.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die technische Nutzungsdauer der Kraftwerke liege bei 40 bis 60 Jahren, sagte Thoben im Düsseldorfer Landtag. Dadurch mögliche Mehrerlöse der Konzerne könnten dann in neue Projekte zum Klimaschutz fließen. Bei einem Mehrerlös der Konzerne von 100 Milliarden Euro in den nächsten zehn Jahren könnten so rund 50 Milliarden Euro in eine neue Stiftung zum Klimaschutz gehen.

SPD-Energieexperte Norbert Römer entgegnet jedoch, die Modellrechnungen der Ministerin sei energiepolitisch falsch und operiere mit "frei erfundenen" Zahlen. Notwendig sei vielmehr eine Energiesparoffensive. Das Land unternehme zu wenig bei der Förderung etwa der Solarenergie.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wies die Kritik der SPD zurück. Der Vorschlag von Thoben basiere auf §seriösen Berechnungen§ von Fachleuten. Man sei dabei von §konservativen Annahmen§ ausgegangen. Das Ministerium sei gern bereit, Römer die Berechnungen im Detail zur Verfügung zu stellen, sagte der Sprecher.

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