E-world

NRW-Landesregierung will umweltfreundlichen Kraftstoffmix stärken

Nordrhein-Westfalen will die Abhängigkeit vom Mineralöl weiter herunterfahren: Unter dem Titel "Kraftstoffe der Zukunft" soll ein neues Kompetenz-Netzwerk errichtet werden. Ziel ist einerseits die Etablierung zukunftsfähiger Kraftstoffe, andererseits die Entwicklung moderner und ökologischer Motoren.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mit einem neuen Kompetenz-Netzwerk die Abhängigkeit vom Mineralöl als Energielieferant verringern. "Das neue Kompetenz-Netzwerk 'Kraftstoffe der Zukunft' wird dazu beitragen, zukunftsfähige Kraftstoffe weiter am Markt zu etablieren und Fortschritte in der Entwicklung neuer, moderner und ökologischer Motoren zu erzielen", erklärte Infrastrukturminister Axel Horstmann (SPD) am Dienstag auf der Messe "E-world energy & water" in Essen.

Zukunftsfähige Kraftstoffe müssten insbesondere mehr als bisher den Anforderungen der Versorgungssicherheit, des Klima- und Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit genügen, betonte Horstmann. Dazu setzt die Landesregierung auf den Aufbau eines Kraftstoffmixes aus biogenen Kraftstoffen wie Biodiesel und Bioethanol und gasförmigen Kraftstoffen, insbesondere Erdgas. Diese könnten dann auch Ausgangsprodukte für synthetische Kraftstoffe sein.

Bis Ende 2004 gab es bundesweit bereits 550 Erdgastankstellen, von denen sich 110 Tankstellen in NRW befinden. Derzeit sind in Deutschland rund 27.000 Erdgasfahrzeuge zugelassen. Die NRW-Landesregierung unterstützt darüber hinaus den Einsatz von Rapsöl und Biodiesel durch zahlreiche Programme und Modellprojekte. An über 350 Tankstellen allein in NRW kann mittlerweile Biodiesel getankt werden.

"Auch mit dem Ausbau der Bioenergien in ihren unterschiedlichen Nutzungsformen werden wir maßgeblich dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erfüllen, Umweltbelastungen zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien deutlich zu steigern. Das wird sich auch auf dem Arbeitssektor auswirken", erklärte Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) in Essen.

Nach neuesten Schätzungen geht die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe davon aus, dass bis zum Jahr 2020 die Biotreibstoffe bis zu 25 Prozent des deutschen Treibstoffverbrauches decken können. Dies entspricht einer jährlichen Produktion von etwa elf Millionen Tonnen Treibstoff und einer Anbaufläche von etwa 3,5 Millionen Hektar. Daraus ergebe sich ein Potenzial von 175.000 Arbeitsplätzen vor allem im ländlichen Bereich, erläuterte Höhn.

Auf der dreitägigen internationalen Leitmesse für Energietechnik "E-world energy & water" bieten mehr als 380 Aussteller Informationen zu allen Bereichen der Energieversorgung. In NRW erzielten 2002 allein im Bereich erneuerbarer Energien rund 15.000 Arbeitnehmer bei etwa 2100 Firmen einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro.

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