Kohle-Debatte

NRW-Grüne werfen Fischer fehlende Sachkenntnis vor

Ebenso wie der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer und der designierte Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat auch Chef-Realo Joschka Fischer in seiner Partei Unruhe mit Äußerungen zur Kohlekraft ausgelöst. Die parteiinternen Vorwürfe reißen nicht ab.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw). Die NRW-Grünen haben dem früheren Grünen-Außenminister Joschka Fischer fehlende Sachkenntnis in der Energiepolitik vorgeworfen. "Joschka Fischer sollte seine viele Freizeit dazu nutzen, unsere ausführlichen Energiegutachten durchzulesen. Dann wird er sehen, dass zusätzliche Kapazitäten durch neue Kohlekraftwerke nicht nötig sind - auch bei Weiterführung eines konsequenten Ausstiegs aus der Atomenergie", sagte der Grünen-Landesvorsitzende Arndt Klocke am Freitag in Düsseldorf. Fischer solle "erst lesen und sich dann äußern".

Als Übergangstechnologie könne man nicht auf die Kohle verzichten, wenn man den Atomausstieg fortsetzen wolle, hatte Fischer in einem Interview mit einer Fachzeitschrift gewarnt. Özdemir hatte sich ähnlich geäußert, dies dann aber zurückgenommen und gesagt, er sei missverstanden worden.

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