Weg von Kohle

NRW-Grüne fordern von RWE Strategiewechsel im Kraftwerksbau

Die nordrhein-westfälischen Grünen appellieren an den Essener Energiekonzern RWE, den Bau neuer Kohlekraftwerke zu überdenken. "Kohlekraftwerke schaden dem Klima und sie schaden auch den Konzernbilanzen", sagte der Vorsitzende der NRW-Grünen, Arndt Klocke, in Düsseldorf.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf/Essen (ddp-nrw/red) - Der Bau von Kohlekraftwerken führe durch den Emissionshandel zu steigenden Kohlendioxid-Preisen und damit auch zu höheren Strompreisen. "Kohlekraftwerke garantieren somit nicht langfristig bezahlbare Strompreise für die Verbraucher, sondern führen zu erheblichen zusätzlichen wirtschaftlichen Risiken. Das hat vor wenigen Tagen erneut eine neue Studie des Institutes für Energie- und Klimapolitik festgestellt", erklärte Klocke.

Mittlerweile sehen die Grünen Anzeichen dafür, dass RWE seine Haltung zu Kohlekraftwerken überdenkt. So hatte RWE-Power-Chef Johannes Lambert auf der Messe Power-Gen Europe in Köln erklärt, dass der Bau neuer Kohlekraftwerke ökonomisch nicht mehr vertretbar sei.

"Sollte Lambertz seine Äußerungen ernst meinen, sehe ich Perspektiven, dass die Energiekonzerne doch noch beginnen könnten, in ihrer verfehlten Strategie umschwenken. Wir fordern sie auf, auch existierende Neubaupläne für Kohlekraftwerke umgehend auf Eis zu legen und auf das einzig Sinnvolle zu setzen: auf den raschen und umfassenden Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung und auf den Ausbau der regenerativen Energien", betonte Klocke.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Treibhausgase

    Förderung für Kohlemeiler soll verlängert werden

    Klimaschädliche Kohlekraftwerke sollen nun neben der Kohle-Reserve auch noch über das neue KWK-Gesetz gefördert werden. Das zumindest lässt eine Vereinbarung der Koalition verlauten. Die Grünen werfen der Bundesregierung vor dem Hintergrund des Klimagipfels ein doppeltes Spiel vor.

  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Strom sparen

    NRW-Grüne werfen Regierung Fehler in Energiepolitik vor

    Die Grünen im NRW-Landtag haben der schwarz-gelben Landesregierung Fehler in der Energiepolitik vorgeworfen. "Für die erneuerbaren Energien, für die Kraft-Wärme-Kopplung und für die Gebäudesanierung sind fünf Jahre CDU/FDP-Regierung fünf verlorene Jahre", sagte Grünen-Fraktionsvize Reiner Priggen.

  • Strompreise

    SPD fordert mehr Einsatz für Energiepolitik NRW

    Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag fordert von der Landesregierung mehr Impulse für die Energiepolitik in Nordrhein-Westfalen. Ministerpräsident Rüttgers habe NRW auf einen "Abstiegsplatz" in der Energiepolitik geführt. Die Landesregierung wies die Kritik als unsinnig und unhaltbar zurück und warf der SPD Polemik vor.

  • Hochspannungsleitung

    NRW-Landtag uneinig beim Klimaschutz

    Vor dem EU-Gipfel zur Klimapolitik in der kommenden Woche haben die NRW-Grünen von der Landesregierung mehr Einsatz gegen die globale Erwärmung gefordert. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat sich derweil für den Bau neuer Kohlekraftwerke ausgesprochen, um die Konjunktur anzuschieben.

Top