Novum: Stadtwerke Leipzig bieten Privatkunden Stromeinkauf via Börse an

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Stadtwerke Leipzig werden künftig als erster Energieversorger Privatkunden den Strom zu Börsenkonditionen anbieten. Das neue Produkt wird "indXpower.de - connected by Stadtwerke Leipzig" heißen und nur übers Internet vertrieben werden. Was bis dato nur Energieunternehmen und Stromhändlern vorbehalten ist, soll dann auch Privatkunden möglich sein: Der Einkauf von Strom über eine Strombörse - und zwar zu Preisen zwischen zurzeit drei bis fünf Cent (sechs bis zehn Pfennig) je Kilowattstunde, allerdings ohne (!) "Nebenkosten". Los gehen soll's bereits am 1. April dieses Jahres. Kooperationspartner ist die Leipziger Strombörse LPX.



Der Kauf von indXpower.de soll einfach vonstatten gehen: Der Kunde muss sich bei indXpower.de über Internet anmelden. Nach etwa sechs Wochen bezieht er dann Strom, der sich an den jeweils wechselnden Tagesstrompreisen an der Leipziger Börse LPX orientiert. Die LPX errechnet daraus einen wöchentlichen Wochendurchschnittspreis (Wochen-Index "LPX-privat-week"), der dem Kunden bei seiner jährlichen Rechnung ausgewiesen wird. Grundlage für die Stromrechnung sind dann die 52 (unterschiedlichen) Wochenindices.



Bei der Verteilung der verbrauchten Kilowattstunden auf 52 Wochen im Jahr werde ein in der Energiebranche bewährtes Abgrenzungsverfahren eingesetzt, das bisher unter anderem bei Preisveränderungen während eines Abrechnungsjahres benutzt werde. Zum wöchentlich variierenden Strompreis für die Kilowattstunde kommen noch die regional unterschiedlichen Netzdurchleitungskosten und Konzessionsabgaben sowie die Steuern hinzu und ein Grundpreis von 4,30 Euro (8,41 DM) hinzu. Verträge können ab sofort geschlossen werden; die Belieferung beginnt ab 1.April 2001.



"Jeder, der bei indXpower.de einsteigt, erhält einen transparenten Strompreis", so Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Wille. Der Kunden könne den sich täglich verändernden Strompreis an der Börse verfolgen, an der auch die großen Händler einkaufen, und erkenne zudem, welche zusätzlichen Abgaben auf den Marktpreis einer Kilowattstunde hinzukommen".



indXpower.de biete deshalb ein wettbewerbsfähiges Preisniveau an, aber nicht zwangsläufig den billigsten Strompreis. Der Vorteil des Produkts, so Peter Lintzel, Geschäftsbereichsleiter für Energiebeschaffung und Handel der Stadtwerke, liege "in der Individualität und in der Objektivität des Strompreises". Außerdem könne der Kunde von den Schwankungen des Strompreises am Markt durchaus profitieren. Dabei blieben die Kunden flexibel, da monatlich die Möglichkeit bestehe, bei indXpower.de auszusteigen. "Wir rechnen mit einem Kundenpotential bundesweit von 20.000 im ersten Jahr - Tendenz steigend in den nächsten Jahren", blickt Geschäftsführer Wille in die Zukunft.

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