Auftanken

Notebooks mit Brennstoffzellen: Bald tagelanger Einsatz möglich?

Angeblich ist die neue Technik schon bald reif für den Einsatz: Brennstoffzellen sollen es ermöglichen, Notebooks, Handys und PDAs tagelang mobil einzusetzen. Noch braucht die Brennstoffzelle allerdings viel Platz und erzeugt erhebliche Abwärme. Doch erste externe Systeme sind bereits vorgestellt worden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mit Brennstoffzellen will die Industrie mobilen Geräten wie Notebooks oder PDAs tagelange Laufzeiten bescheren. Die Technik steht kurz vor der Marktreife und wird eine neue Ära der Energieversorgung für mobile Computer einläuten, so das Computermagazin c't in der aktuellen Ausgabe 10/03.

In den meisten Notebooks macht der Akku nach zwei bis vier Stunden schlapp, PDAs mit Farbdisplay laufen kaum fünf Stunden. "Die Akku-Technik tritt seit Jahren auf der Stelle, und Stromsparwunder auf der Elektronikseite sind auch nicht in Sicht", beschreibt c't-Redakteur Dr. Jürgen Rink das Problem. Erste Prototypen mit Brennstoffzellen zeigen nun die Lösung für die mobile Energieversorgung auf.

Brennstoffzellen erzeugen den Strom mittels chemischer Reaktionen. Als Brennstoff dient Wasserstoff, der Strom entsteht aus der Oxidation mit Luftsauerstoff zu Wasser. Einige Brennstoffzellen nutzen Wasserstoff direkt, anderen genügt die Zufuhr von leichter zu handhabendem Methanol. Anders als Akkus, die man nach der Entladung erst stundenlang wieder aufladen muss, lassen sich Brennstoffzellen mit einem weiteren Tank sofort weiter betreiben.

Das führt direkt zum nächsten Vorteil: Wer viele Stunden abseits vom Stromnetz arbeiten muss, braucht nun nicht mehr viele schwere und teure Zusatzakkus mitzuschleppen, sondern es reichen ein paar handliche "Fläschchen" Methanol. Erst dadurch gewinnt die Brennstoffzellentechnik erhebliche Vorteile gegenüber den gängigen Lithiumionen-Akkus. Beim Energiegehalt pro Volumen und Gewicht bezogen auf nur einen Tank und die aufwändige Technik stehen die herkömmlichen Lösungen noch besser da.

Noch braucht die Brennstofftechnik allerdings viel Platz und entwickelt viel Wärme, so dass sie sich nicht in kleine Geräte einbauen lässt. Externe Hilfssysteme werden daher dem Bericht zufolge die ersten auf dem Markt sein. Für Notebooks haben namhafte Unternehmen bereits Anbau-Lösungen vorgestellt, die sich entweder als Platte unter dem Mobilrechner oder als Kistchen dahinter verstecken.

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