Standort Sachsen-Anhalt

Norwegische Innotech Solar baut Solarfabrik in Halle

Solarzellenhersteller setzen weiter auf den Standort Sachsen-Anhalt. Das norwegische Unternehmen Innotech Solar (ITS) aus Narvik errichtet in Halle seinen zweiten europäischen Produktionsstandort, in dem minderwertige Solarzellen aufgearbeitet werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Halle (dapd-lsa/red) - Die Firma investiert in der ersten Ausbaustufe rund 22 Millionen Euro und schafft 80 Arbeitsplätze, wie der Vorstandsvorsitzende Thor Christian Tuv am Mittwoch in Halle bei der Grundsteinlegung für das Vorhaben sagte.

Aufbereitung minderwertiger Solarzellen

In der Fabrik, die im Gewerbegebiet Halle-Queis entsteht und im ersten Quartal 2011 ihren Betrieb aufnehmen wird, sollen pro Stunde zunächst maximal 20.000 Solarzellen verschiedener Hersteller aufgearbeitet werden. Dabei würden Verunreinigungen der Zellen isoliert oder entfernt. Die Zellen erhielten so ihre volle Leistungsfähigkeit zurück. Der Bedarf an Energie und Rohstoffen für hochwertige Solarzellen werde damit minimiert, sagte der Vorstandschef.

Innotech Solar ist nach Angaben von Tuv weltweit das einzige Unternehmen, das sich auf derartige Verfahren spezialisiert hat. Es arbeite mit namhaften Herstellern wie Q-Cells und Bosch zusammen. Erst im Juni hatten die Q-Cells AG und Innotech Solar einen langfristigen Vertrag geschlossen, in deren Rahmen Q-Cells seine Nicht-Premium-Solarzellen an Innotech Solar verkaufen wird. Daraus werden unter dem Markennamen von ITS Photovoltaikprodukte für den Weltmarkt gefertigt.

Sachsen-Anhalt als Solarstandort wächst weiter

Für die Norweger war nach eigenen Angaben die Infrastruktur mit der unmittelbaren Anbindung an die Autobahn 14 von ausschlaggebender Bedeutung für die Standortwahl. Das Unternehmen ziele auf Märkte in Frankreich, Italien und vor allem Osteuropa.

ITS plant in Halle Investitionen von insgesamt 45 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Uwe Schönebaum sagte. Mit geplanten weiteren Ausbaustufen entstünden zusätzlich 50 Arbeitsplätze. Haseloff sagte, mit der Ansiedlung gewinne Sachsen-Anhalt als Zentrum der Solarzellenindustrie weiter an Bedeutung. Mit Blick auf das Fraunhofer-Institut in Halle sagte er, von der Forschung bis zur Endproduktion von Solarzellen sei damit alles im Land vorhanden.

Der Minister gab sich optimistisch, dass diesem Projekt im kommenden Jahr weitere Ansiedlungen folgen werden. Im Ministerium lägen Anträge von Firmen aller Branchen vor, die Investitionen von insgesamt 1,4 Milliarden bis 1,6 Milliarden Euro vorsähen.

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