Unfair

Norsk Hydro verteidigt sich gegen Kritik an Hütten-Schließung

Der norwegische Energie- und Aluminiumkonzern Norsk Hydro fühlt sich in Deutschland zu Unrecht angegriffen. Das Unternehmen hatte mit der Schließung von zwei Standorten in Stade und Hamburg mit jeweils knapp 400 Arbeitsplätzen im Herbst harte Kritik von Politikern, Gewerkschaften und Medien provoziert.

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Hamburg/Stade (ddp-nrd/sm) - Die Angriffe seien im Vergleich zu Streichungsplänen anderer Unternehmen überzogen, wehrte sich Vorstandschef Eivind Reiten in der "Financial Times Deutschland" (Donnerstagausgabe). "Es scheint, als könne man in Deutschland, ohne viel Aufmerksamkeit zu bekommen, 10 000 bis 30 000 Leute entlassen, aber wenn ein Werk geschlossen wird, sieht das anders aus", sagte er. "Ich glaube, wir sind unfair behandelt worden", fügte er in der Zeitung hinzu.

Der Streit um den Teilrückzug der Alu-Sparte aus Deutschland könnte Norsk Hydro dem Bericht zufolge in eine delikate Lage bringen. Das Verhältnis zwischen Reiten und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gelte als problematisch, seit es Schröder auch im persönlichen Gespräch mit Reiten nicht gelungen war, den Norweger von der Schließung der Alu-Schmelze in Hamburg abzuhalten.

Wenige Wochen später würden nun beide auf einem ganz anderen Feld - bei der Planung der Ostseepipeline für Erdgas - als Akteure erneut aufeinandertreffen. Norsk Hydro wolle sich neben den deutschen Konzernen E.ON Ruhrgas und Wintershall als Partner der russischen Gasprom an dem Projekt beteiligen. Die bisher beteiligten Firmen haben Schröder zum designierten Aufsichtsratsvorsitzenden gekürt.

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