Gute Ausgangbasis für weitere Projekte

Nordex erhält ersten Großauftrag aus dem Baltikum

Der Hamburger Nordex AG ist der Eintritt in den estnischen Markt gelungen: Für rund 20 Millionen Euro wird das Unternehmen acht 2,3 MW-Turbinen für den Windpark "Pakri" auf der Halbinsel Paldiski am Finnischen Golf liefern. Der Windpark sieht den Verkauf von Zertifikaten für die Vermeidung von 500.000 Tonnen CO2-Emissionen an den finnischen Staat vor.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Mit einem Auftrag in Höhe von rund 20 Millionen Euro ist Nordex der Markteinstieg in Estland gelungen: Für den Windpark "Pakri" hat die estnische Projektentwicklungsgesellschaft Pakri Tuulepark, eine 100%-ige Tochter des norwegischen Energieversorgers Vardar, acht Großanlagen vom Typ N90/2.300 kW bei Nordex bestellt. Ursprünglich wurde das Projekt vom dänischen Entwickler Global Green Energy initiiert. Bis Ende Dezember dieses Jahres soll Nordex die Anlagen schlüsselfertig in Estland ans Netz bringen. Zudem wird der Park mit einem mobilen "Power Crane" ausgestattet, den Nordex für Offshore-Parks entwickelt hat. Mit Hilfe dieses Kransystems können alle Hauptkomponenten der Anlage bei eventuell notwendigen Servicefällen ausgetauscht werden.

Standort des Windparks ist die Halbinsel Paldiski am Finnischen Golf, die bis 1994 militärisches Sperrgebiet der sowjetischen Armee war. Das Windkraftwerk soll in Zukunft einen Teil des regionalen Energiebedarfs decken, nachdem das Kernkraftwerk des Truppenstützpunktes demontiert worden ist. Der prognostizierte Jahresenergieertrag des Windparks soll nach Sicherheitsabschlägen 56.000 Megawattstunde betragen. Das entspricht rund einem Prozent des landesweiten Stromverbrauchs. Basis für die Ertragsprognose sind intensive Windmessungen, die nach 42 Monaten eine mittlere Windgeschwindigkeit von 8,0 m/s auf 80 Meter Nabenhöhe ergeben haben.

Der Windpark Pakri ist ein Gemeinschaftsprojekt im Rahmen des Kyoto-Protokolls und sieht den Verkauf von Zertifikaten für die Vermeidung von 500.000 Tonnen CO2-Emissionen an den finnischen Staat vor. Damit ist der Park eines der ersten Projekte, das teilweise über den Emissionshandel finanziert wird. Insgesamt werden durch das Projekt 1.300.000 Tonnen CO2 vermieden. Weiterhin wurde das Projekt durch das 5. Rahmenprogramm der Europäische Kommission unterstützt, das unter anderem den Einsatz von großen Windturbinen in strukturschwachen Regionen fördert.

"Mit diesem Referenzprojekt schaffen wir eine gute Ausgangbasis für weitere Nordex-Projekte in der Region. Bis zum Jahr 2010 will die estnische Regierung 5,1 Prozent des Stromverbrauchs durch erneuerbare Energie decken", erläutert Carsten Pedersen, Vertriebsvorstand der Nordex AG.

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