Pläne zum Kraftwerksneubau

Norddeutsche Affinerie: Mehr Gewinn mit eigenem Strom

Der Kupferproduzent Norddeutsche Affinerie (NA) will künftig den zur Produktion benötigten Strom selbst erzeugen und plant dazu gemeinsam mit der belgischen Electrabel den Bau eines eigenen Kraftwerks. NA-Chef Werner Marnette warf den Stromkonzernen u.a. die Ausnutzung ihrer Marktmacht vor.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Gestern hat die Norddeutsche Affinerie (NA) im Hafenclub in Hamburg ihre Jahrenbilanz vorgelegt und gleichzeitig Pläne konkretisiert, sich mit einem eigenen Kohlekraftwerk von den Stromkonzernen unabhängig zu machen.

Vorstandsvorsitzender Werner Marnette will den Beschluss zum Bau eines eigenen Kraftwerks noch in der ersten Jahreshälfte fassen, schreibt "Die Welt". Partner ist die belgische Electrabel. Gleichzeitig warf Marnette den Stromkonzernen überteuerte Netzgebühren und Ausnutzung ihrer Marktmacht vor. Wenn es in Deutschland mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt gebe, könnte sein Unternehmen ein um 20 Millionen Euro höheres Ergebnis präsentieren, sagte Marnette laut "Welt". Ein Standort für das 600 bis 700 Megawatt Kraftwerk gibt es offensichtlich noch nicht. "Sportlich" sieht Marnette hingegen mögliche Konkurrenz, denn auch der Hamburger Energieversorger HEW hat bereits Pläne für ein neues Kraftwerk in der Hansestadt präsentiert.

Laut "Welt" will die Norddeutsche Affinerie auch in das Geschäft mit Solaranlagen einsteigen. Während der Kupferproduzent die Anlagen herstellen will, soll der Vertrieb durch die Bremer GC-Gruppe organisiert werden. Im allgemeinen bezeichnete Marnette jedoch die Aussichten "für Kupfer und die NA" als "ausgezeichnet".

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