Pipeline-Projekt

Nord Stream sichert sich Milliardenkredite

Das Betreiberkonsortium Nord Stream hat sich milliardenschwere Finanzmittel für den Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream gesichert. Der Kreditvertrag mit 26 Banken über 3,9 Milliarden Euro sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte Nord Stream mit.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

London (ddp/red) - Insgesamt werden die Investitionen für die 1220 Kilometer lange Pipeline auf 7,4 Milliarden Euro veranschlagt.

Mit dem Abschluss der ersten Finanzierungsphase sei der Weg bereitet für den geplanten Baubeginn des ersten Pipelinestrangs im April. Die Nord-Stream-Anteilseigner tragen den Angaben zufolge 30 Prozent der Projektkosten - jeweils in Höhe ihrer Beteiligung an dem Konsortium. 70 Prozent werden von Banken und Exportkreditagenturen finanziert.

Über Exportkreditgarantien von Deutschland (Hermes), Italien (SACE) sowie über Garantien der Bundesrepublik Deutschland für ungebundene Finanzkredite (UFK) werde der Kredit nun mit etwa 3,1 Milliarden Euro gesichert. Zusätzlich werde ein syndizierter Kredit ohne Bürgschaft in Höhe von bis zu 800 Millionen Euro bereitgestellt.

Nord Stream plane die zweite Finanzierungsphase noch für 2010. Im zweiten Halbjahr 2010 werde das Konsortium versuchen, sich weitere 2,5 Milliarden Euro an Finanzmitteln zu sichern, sagte Nord-Stream-Finanzdirektor Paul Corcoran.

Bedenken, dass der Baubeginn der Ostsee-Pipeline wegen der Verzögerungen bei der Erschließung des russischen Shtokman-Gasfelds verschoben werden könnte, wies Gazprom-Finanzchef Andrey Kruglov zurück. Es gebe genügend russisches Gas, um die Pipeline zu füllen, sagte er der Wirtschaftsnachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Der russische Energiekonzern Gazprom hält 51 Prozent an dem Projekt, das jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren soll. E.ON Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall halten derzeit je 20 Prozent an Nord Stream. Die restlichen 9 Prozent gehören dem niederländischen Gasunternehmen Nederlandse Gasunie NV. Zudem verhandelt die französische GDF Suez SA über einen Einstieg.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strom- und Gaspreise

    Opec: Krisen treiben Energiepreise in die Höhe

    Die Energiepreise werden laut Opec insgesamt teurer werden. Die Kämpfe im Irak und der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine haben sich bereits auf die internationalen Ölpreise ausgewirkt. Die USA konnte indessen durch das umstrittene Fracking die Versorgung aus eigenen Quellen steigern.

  • Gazprom

    Gazprom liefert wieder mehr Gas nach Europa

    Der Konzern teilte am Freitag in Moskau mit, sein Anteil an den Gasexporten nach Europa werde in diesem Jahr "realistischerweise" 33 Prozent betragen - und damit ein gutes Stück größer sein als 2012 mit 26 Prozent. Das liegt den Angaben zufolge vor allem an dem ungewöhnlich kalten März, auf den Europa nicht vorbereitet gewesen sei.

  • Stromnetz Ausbau

    Baustart für Anlandestation der Ostseepipeline in Kürze

    In Lubmin beginnt am 18. Februar der Bau der Anlandestation der geplanten deutsch-russischen Ostseepipeline. Sie soll weitgehend automatisch betrieben werden. Die Bauarbeiten an der Pipeline selbst gehen offenbar recht zügig voran.

  • Stromtarife

    Nord Stream vergibt Auftrag für zweiten Strang der Ostseepipeline

    Für den ab 2011 geplanten Bau des zweiten Strangs der Ostseepipeline werden Produzenten aus Deutschland, Russland und Japan Rohrsegmente im Umfang von zehn Millionen Tonnen liefern.

  • Strompreise

    Kommunen wollen Anteil an Gasimporteur VNG erhöhen

    Die kommunalen Aktionäre der VNG Verbundnetz Gas wollen ihren Einfluss auf den Ferngasimporteur vergrößern. Ziel sei es, die Anteile von derzeit 25,8 auf rund 30 Prozent zu erhöhen und damit ein viertes Mandat im Aufsichtsrat zu erhalten, erklärte der Vorsitzende der Neubrandenburger Stadtwerke und stellvertretende VNG-Aufsichtsratschef Holger Hanson.

Top