Studie

Nord Stream prüft Gaspipeline auf Ausbau

Die Ostseepipeline, die bereits seit 2011 Deutschland mit Gas aus Russland versorgt, erhält möglicherweise eine Erweiterung. Derzeit soll eine Studie durchgeführt werden, die die Möglichkeiten für einen weiteren Ausbau untersucht. Eine zweite Pipeline des Unternehmens Nord Stream wird Ende des Jahres in Betrieb genommen.

Gasvergleich© photoGrapHie / Fotolia.com

Zug (dapd/red) - Die noch nicht komplett fertiggestellte deutsch-russische Ostseepipeline wird in den nächsten Jahren möglicherweise noch einmal erweitert. Wenige Monate vor der Inbetriebnahme des zweiten Strangs beauftragten die Anteilseigner das Betreiberkonsortium Nord Stream AG damit, den Bau von bis zu zwei weiteren Rohrsträngen zu prüfen. Eine Machbarkeitsstudie werde in den nächsten acht Monaten erstellt, teilte das Unternehmen am Freitag in Zug (Schweiz) mit.

Neben der sich abzeichnenden Entwicklung des europäischen Gasbedarfs sollen Experten unter anderem Möglichkeiten zu technischen Lösungen, Routenalternativen sowie Umwelt- und Finanzaspekten untersuchen. Das Papier werde voraussichtlich Anfang 2013 den Auftraggebern vorgelegt. Mit einer Entscheidung sei aber nicht zwangsläufig schon im kommenden Jahr zu rechnen, sagte Firmensprecher Steffen Ebert. "Auch wenn die Spezialisten zu der Erkenntnis kommen sollten, dass die Verlegung weiterer Stränge sinnvoll und machbar sei, heißt das noch nicht, dass es dazu auch wirklich kommt."

Auf der Suche nach geeigneten Transportwegen

Völlig offen sei auch, ob die neuen Rohrstränge parallel zu den inzwischen verlegten Leitungen verlaufen oder eine andere Route nehmen. Fest stehe nur, dass sie am russischen Festland in die Ostsee führen und zu einem Anlandepunkt an der deutschen Küste verlegt würden.

Die Studie soll sich an der Lieferung von sibirischem Erdgas nach Westeuropa in den nächsten 50 Jahren orientieren. Mit ihr wollten die Gesellschafter aus Russland, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden eine zuverlässige und wettbewerbsfähige Gasversorgung über "diversifizierte Transportwege" sichern, hieß es. Dabei werde davon ausgegangen, dass der Bedarf in Westeuropa mit der abnehmenden Förderung in der Nordsee und aufgrund der wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile von Erdgas weiter steigen werde.

Kapazitäten steigen bereits mit dem zweiten fertiggestellten Strang

Nord Stream hatte im November 2011 den ersten, 1.224 Kilometer langen Strang der nach Lubmin führenden Ostseepipeline in Betrieb genommen. Seitdem flossen bereits über 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Deutschland. Die Verlegung des zweiten Strangs wurde vor drei Wochen abgeschlossen. Nach dem Verschweißen der drei am Meeresboden liegenden Leitungsabschnitte und entsprechenden Tests soll das Gas zum Jahresende auch durch den zweiten Strang fließen. Jährlich können dann bis zu 55 Milliarden Kubikmeter über die Ostseepipeline geliefert werden.

An dem Gemeinschaftsprojekt ist der russische Konzern OAO Gazprom mit 51 Prozent beteiligt. Die deutschen Unternehmen BASF SE/Wintershall Holding GmbH und E.on Ruhrgas AG halten jeweils 15,5 Prozent, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und das französische Unternehmen GDF Suez S.A. jeweils neun Prozent der Anteile.

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