Berichte aus der Unterwelt

Noch wenig genutzt: Wärme aus Abwasser

Der Bremer Energie-Konsens hat jetzt eine neue Studie vorgestellt, die auf den ökonomischen wie ökologischen Nutzen der Abwasserwärmenutzung aufmerksam macht. Anhand des Beispiels Bremerhaven untersucht die Studie technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte dieser bislang kaum genutzten Form der Energiegewinnung.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Wärme des Abwassers der öffentlichen Kanalisation für die Warmwasserbereitung und Beheizung von Gebäuden zu nutzen, ist sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll - das ist das Fazit einer Studie im Auftrag der Bremer Energie-Konsens, die die Klimaschutzagentur jetzt vorgestellt hat. Die Studie untersucht diese in Deutschland bisher noch wenig genutzte alternative Energiequelle aus technischer, wirtschaftlicher und ökologischer Sicht am Beispiel der Seestadt Bremerhaven und schätzt die dort vorhandenen Energiepotenziale ab.

In der Studie werden zunächst Projektbeispiele aus der Schweiz und Deutschland summarisch dargestellt. Abwasserwärmenutzung, so das Resümee, kommt bereits erfolgreich zur Anwendung und ist eine bewährte Technik. Anschließend wird die Situation der öffentlichen Kanalisation in Bremerhaven dargestellt und die technischen Umsetzungskonzepte der Abwasserwärmenutzung aufgezeigt.

Ausgehend von diesen grundlegenden Betrachtungen wird anhand von drei exemplarischen Anwendungsfällen gezeigt, dass eine sinnvolle Nutzung der Abwasserwärme in der Seestadt Bremerhaven möglich ist. Rund 17,5 Millionen Liter Abwasser mit einer Durchschnittstemperatur von 14 Grad Celsius fallen jeden Tag in Bremerhaven an. Eine Übersichtskarte zeigt auf, wo in der Seestadt ausreichende Abwasserwärmemengen fließen und erleichtert so die praktische Umsetzung solcher Anlagen.

Neben der technischen Machbarkeit dokumentiert die vorliegende Studie, dass unter den derzeitigen Marktbedingungen ein wirtschaftlicher Betrieb oft schon möglich ist, wenn eine Vollkostenkalkulation für die unterschiedlichen Wärmebereitstellungssysteme zu Grunde gelegt wird. Die ökologische Bilanzierung der verschiedenen Systeme verdeutlicht, dass speziell die CO2-Emissionen im Mittel gegenüber konventionellen Heizungsanlagen abgesenkt werden können.

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