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Noch nicht überflüssig: EDNA-Initiative wird fünf

Kurz nach der Gründung Ende 2000 glaubten die Mitglieder der EDNA-Initiative, dass es nur wenige Jahre dauern würde, bis man sich selbst überflüssig macht und sich wieder auflösen kann. Heute funktioniert der elektronische Datenaustausch im Energiemarkt aber immer noch nicht flächendeckend.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Esslingen (red) - Das "babylonische Sprachwirrwarr" im Energiemarkt zu beenden und die elektronischen Kommunikationsprozesse standardisiert mit den entsprechenden Software-Lösungen abzubilden, mit diesem Ziel ist die EDNA-Initiative vor fünf Jahren angetreten. "Wir machen's einfach", hieß der griffige Slogan der Gründungsversammlung am 13. Dezember 2000 in Berlin.

Zwei Monate später zeigte die EDNA-Initiative auf der E-World 2001 in Essen erste Beispiele für einen funktionierenden elektronischen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Softwaresystemen, im Herbst 2001 wurden dann auf der ersten EDMlive in Hannover gleich 20 Software-Systeme miteinander gekoppelt. "Ermutigt durch diese schnellen Erfolge waren wir damals optimistisch, dass die marktübergreifende Interoperabilität der Softwaresysteme in der Energiewirtschaft innerhalb weniger Jahre umzusetzen ist - und wir uns dann wieder auflösen können", erinnert sich Dr. Franz Hein, Geschäftsführer der EDNA-Initiative e.V. "Dieses Ziel haben wir sicherlich nicht erreicht. Aber mit dem EDNA-Qualitätssiegel und der EDNA-Testmaschine haben wir heute die besten Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Kommunikationsprozesse im Energiemarkt künftig hoch effizient und vor allem zuverlässig gestaltet werden können", so sein Fazit nach fünf Jahren.

Neben dem Aufbau eines Zertifizierungsverfahrens, mit dem tatsächlich abgeprüft werden kann, ob die elektronischen Kommunikationsprozesse zwischen den Softwarelösungen der verschiedenen Marktteilnehmer korrekt und zuverlässig abgewickelt werden, war die EDNA-Initiative in den letzten fünf Jahren aber auch auf anderen Feldern aktiv. So sorgte sie für eine klare Definition des Begriffs "Energiedatenmanagement", der sich heute zur "Energielogistik" weiterentwickelt hat. Auf dieser Basis entwickelte die EDNA auch eine Nomenklatur und die Matrix für eine Marktübersicht, mit der die entsprechenden Softwarelösungen systematisch miteinander verglichen werden können - ein Beitrag zu deutlich mehr Transparenz im Markt.

"Dass wir mit unserer Arbeit hier nicht immer nur auf Begeisterung gestoßen sind, versteht sich von selbst. Denn ein funktionierender elektronischer Datenaustausch sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern vor allem auch für mehr Offenheit und Transparenz - was nicht immer und überall erwünscht ist", so Dirk Heinze, Vorstandsvorsitzender der EDNA-Initiative e.V. und Geschäftsführer der AKTIF Technology GmbH im Rückblick. Doch aus Sicht der EDNA ist hier durchaus ein Umdenken zu erkennen. "Immer mehr Unternehmen in der Energiewirtschaft verstehen, dass sie nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie ihre Prozesse möglichst effizient und IT-basiert abwickeln, egal ob es sich um interne Prozesse oder die Kommunikation mit anderen Marktpartnern handelt."

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