Noch 14 Tage: Bieterverfahren um die VEAG geht in die entscheidende Runde/ Derzeit haben die Amerikaner die Nase vorn

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Bis zum 15. Dezember soll über den Verkauf von 48,75 Prozent E.ON-Anteile und 32,5 Prozent VEW/RWE-Anteile an dem ostdeutschen Braunkohleverstromer VEAG entschieden werden. Dies hatte das Bundeskartellamt zur Auflage bei der Genehmigung der Fusionen von VEW und RWE und von VEBA und VIAG gemacht. Um einen geeigneten Käufer zu finden, hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Bieterwettbewerb ausgeschrieben, bei dem nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" der US-Stromproduzent NRG Energy das weitaus beste Angebot abgegeben haben soll. Dies liegt nach Angaben der Zeitung bei nahezu vier Milliarden DM. Der deutsche Konkurrent um die VEAG-Anteile, die nordische Kombination HEW und Vattenfall, hat bisher lediglich 2,8 Milliarden DM geboten.


Das sei aber noch nicht das Ende der Fahnenstange, schreibt die Zeitung weiter. HEW/Vattenfall könne sein Angebot immer noch nachbessern und hat zudem die Möglichkeit des "last call". Damit kann es sein Angebot auch noch dann erhöhen, wenn für alle anderen Teilnehmer das Bieterverfahren bereits abgeschlossen ist. Schon im Vorfeld hatte das Wirtschaftsministerium klar gemacht, dass nicht der Preis sondern die Stromabsatzgarantie des künftigen Eigners das ausschlaggebende Kriterium für den Zuschlag sein wird. Neben HEW/Vattenfall und NRG Energy haben auch American Electric Power (AEP), der italienische Staatskonzern Enel, die Berliner Bewag und die EnBW ein Angebot abgegeben. Interesse haben weiterhin das US-Unternehmen Enron und die spanische Iberdrola.


Während das Bieterverfahren demnach auf Hochtouren läuft, informierten sich heute die energiepolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen vor Ort über den Stand der Dinge. Danach erklärten sie, dass das zentrale politische Kriterium beim Verkauf der VEAG-Anteile die Stabilisierung des Unternehmens und die Sicherung eines industriellen Kerns in Ostdeutschland sei. Dafür sei es erforderlich, dass möglichst alle Wertschöpfungsstufen der Energieproduktion und -vermarktung in einer "Neuen Kraft" enthalten sind. Die aufgrund der kartellrechtlichen Auflagen erforderliche Neuverteilung der VEAG/LAUBAG-Anteile müsse den Unternehmen eine finanziell solide und unternehmerisch perspektivenreiche Lösung bieten und mit Blick auf die Beschäftigten und die Produktionsstandorte das Niveau in den Privatisierungs- und Verstromungsverträgen vereinbarten Größenordnungen sichern.

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