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Niedersächsisches Umweltministerium überprüft niedersächsische Atomkraftwerke

Das Umweltministerium in Niedersachsen hat aufgrund der Vorfälle im Atomkraftwerk Philippsburg auch alle anderen AKW's im Bundesland überprüft. Es wurden jedoch keine gröberen Verstöße festgestellt werden.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Bei einer Überprüfung der Atomkraftwerke Emsland (KKE), Grohnde (KWG), Stade (KKS) und Unterweser (KKU) hat das Niedersächsische Umweltministerium keine Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften - wie beim Kernkraftwerk Philippsburg 2 (KKP-2) - festgestellt. In den niedersächsischen Anlagen seien die Betriebsvorschriften grundsätzlich eingehalten worden, lediglich in Einzelfällen sei es jedoch in den vier Anlagen zu Abweichungen von den betrieblichen Regelungen gekommen, teilte die Sprecherin des Umweltministeriums heute mit: "Die nukleare Sicherheit war hierbei aber in keinem Fall beeinträchtigt. Die Abweichungen sind nach Art und Umfang - das wurde auch in den RSK-Sitzungen in der vergangenen Woche deutlich - nicht mit den Ereignissen in Philippsburg vergleichbar." Meldepflichtige Ereignisse seien bisher nicht festgestellt worden.

Im Oktober 2001 war bekannt geworden, dass im Kernkraftwerk Philippsburg, Block 2 Sollfüllstände beim Kühlwasser unterschritten und zudem zu geringe Borkonzentrationen in Flutbehältern festgestellt wurden. Daraufhin wurden in den vier niedersächsischen Atomkraftwerken entsprechende aufsichtliche Überprüfungen eingeleitet. Erste Stellungnahmen sowie Berichte der Betreiber wurden dem Bundesumweltministerium (BMU) für die Beratung der Reaktorsicherheitskommission (RSK) zugeleitet. Das Niedersächsische Umweltministerium führt gegenwärtig die Sachverhaltsaufklärung weiter, wobei auch das BMU und die RSK eingebunden sind. Als Konsequenz hat das Niedersächsische Umweltministerium die Betreiber der Atomkraftwerke bereits aufgefordert, die betrieblichen Regelungen detailliert zu überprüfen und zu optimieren. Die Thematik wird anlagenübergreifend ab Anfang Dezember 2001 in der RSK weiter beraten.

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